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    Evotech fertigt Edelstahl aus dem 3D-Drucker

    Evotech fertigt Edelstahl aus dem 3D-Drucker

    SCHÖRFLING. Neues Verfahren des Schörflinger Unternehmens soll Metall-3D-Druck auf einfachen Geräten möglich machen.

    20.000 Euro statt 250.000 Euro oder mehr: Das ist Markus Kaltenbrunners Rechnung. Der Geschäftsführer der auf 3D-Drucker spezialisierten Firma Evotech aus Schörfling am Attersee hat mit seinen Mitarbeitern ein neues Verfahren entwickelt. Es geht darum, mit 3D-Druckern Metallteile zu fertigen.

    "Bisher war das nur mit Metalldruckern möglich", sagt Kaltenbrunner. "Allerdings kosten die wegen der Gerätegröße, der räumlichen Anpassung und der speziellen Verarbeitung ab einer Viertelmillion Euro aufwärts." Normale 3D-Drucker seien hingegen um 20.000 Euro erhältlich.

    Für das Produktionsverfahren beim Metalldruck sind mehrere Schritte notwendig. Zuerst werden Metallpulver und ein Bindestoff zu einem Granulat verarbeitet. In einem 3D-Drucker wird dieses Granulat einem Filament (Kunststoff auf Drahtrollen) hinzugefügt. Daraus entsteht ein Formkörper, den man Grünteil nennt. Danach wird der Kunststoffanteil wieder entfernt. Das Werkstück wird auf etwa 1360 Grad erhitzt ("gesintert") und so zu reinem Edelstahl. Der gesamte Zyklus dauert etwa einen Tag.

    Die Metallteile kommen in verschiedenen Bereichen zum Einsatz: im Prototypenbau, im Maschinenbau und in der Automo-bilindustrie. Auch Werkzeuge können mit dem 3D-Drucker hergestellt werden. Ziel sei, dass Kunden Teile selbst produzieren können, sagt Kaltenbrunner. Um einen herkömmlichen 3D-Drucker auch für Metalldruck verwenden zu können, sei es allerdings nötig, gehärtete Düsen einzubauen. "Denn da kommen enorme Belastungen zustande."

    Ziel: Marktführer in Europa

    Kaltenbrunner und sein Team tüftelten eineinhalb Jahre an dem Verfahren. "Die Grundidee stammt vom Spritzguss", sagt der Geschäftsführer. Er erwägt, in Zukunft auch andere Metalle wie Titan mit dem 3D-Drucker herzustellen.

    Evotech gibt es seit 2013. Das Unternehmen entwickelt Geräte vorwiegend für die Industrie und hat heuer beim OÖN-Wirtschaftspreis Pegasus den zweiten Platz bei den innovativen Jungunternehmern errungen. Zehn Mitarbeiter erwirtschafteten im Vorjahr 800.000 Euro Umsatz. 50 Prozent der Produkte gehen in den Export. Wichtigster Auslandsmarkt ist Deutschland. Zu den Kunden zählen KTM, Siemens, Greiner oder Stiwa.

    Martin Roithner, 18.07.2017, 00:04 Uhr

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