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    Warum die Lawog künftig auch Hubschrauber-Landeplätze bauen will

    LINZ. Die Lawog ist auf Expansionskurs. Soeben hat die Landeswohnungsgenossenschaft die Marke von 20.000 verwalteten Wohnungen übersprungen. Die kleine DWG wurde quasi übernommen. Und künftig soll auch für die Spitalsholding Gespag gebaut werden.

    Der Bau von Alten- und Pflegeheimen hat sich für die gemeinnützigen Bauträger zu einem wichtigen Zweig entwickelt. Dieses Geschäftsfeld bricht nun aber langsam weg, die Projekte gehen zurück. "Weil die mobile Pflege stark zulegt", sagte Herwig Mahr, Aufsichtsratsvorsitzender der Lawog, am Mittwoch bei der Bilanz-Pressekonferenz.

    Als Ersatz verhandelt die Lawog derzeit mit der Gespag über eine Kooperation. Sie will künftig Bauprojekte der Landes-Spitalsholding abwickeln. Letztere löse ihre Bauabteilung auf und werde sein Unternehmen beauftragen, sagte gestern Lawog-Direktor Nikolaus Prammer. Man stehe vor dem Abschluss des Vertrages. Bei der Gespag geht es um Sanierungen, Zubauten oder auch die Errichtung von Hubschrauber-Landeplätzen wie aktuell in Kirchdorf. Das seien Ausnahmegeschäfte, die gemeinnützige Wohnbauträger machen können, sagte Lawog-Direktor Frank Schneider.

    DWG quasi übernommen

    Generell ist die Lawog, die dem Land, Städte- und Gemeindebund gehört, auf Expansionskurs. Soeben hat sie die Marke von 20.000 verwalteten Wohnungen übersprungen und liegt bei etwa 20.500. Das ist auf die eigenen Tätigkeiten, aber auch stark auf die Tochter GVVG zurückzuführen, die sich um die Verwaltung von Wohnungen anderer Eigentümer kümmert. Außerdem hat sich die Lawog mit Jahresanfang die kleine gemeinnützige DWG (1300 Verwaltungseinheiten, 750 Wohnungen) quasi einverleibt.

    "Wir haben die Vollbetreuung übernommen", sagte Schneider. Das heißt, die DWG ist noch eine eigene Firma, hat ihren Sitz nun aber bei der Lawog und keine eigenen Mitarbeiter mehr. Der Vorstand wurde von fünf auf drei und wird im Sommer auf zwei Personen verkleinert. Dass es noch zu keiner echten gesellschaftsrechtlichen Übernahme gekommen ist, dürfte an den Mietern und Genossenschaftern der DWG liegen, die dem kritisch gegenüberstehen.

    Die Lawog hat im Vorjahr ihr Bauvolumen um 15 Prozent auf rund 92 Millionen Euro gesteigert und den Gewinn bei etwa 2,8 Millionen Euro stabil gehalten. Gewinne seien essenziell, weil man sich laufend Grundstücke sichern müsse, deren Preise aber massiv gestiegen seien, sagte Prammer. Die Zahl der Verwaltungseinheiten stieg 2016 über die Marke von 30.000 (auf 32.100) Die Leerstandskosten haben sich auf rund 120.000 Euro halbiert. 

    az, 19.04.2017, 12:08 Uhr

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