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    Flixbus macht Jagd auf die kultigen Greyhound-Busse in den USA

    Flixbus macht Jagd auf die kultigen Greyhound-Busse in den USA

    LOS ANGELES / MÜNCHEN. Größtes europäisches Fernbus-Unternehmen will Europa-Erfolg wiederholen.

    Seit mehr als hundert Jahren transportiert das US-Busunternehmen Greyhound (zu Deutsch: Windhund) Passagiere quer durch die Vereinigten Staaten. Seit gerade einmal fünf Jahren fährt das deutsche Start-up Flixbus den europäischen Busunternehmen um die Ohren. Jetzt will Flixbus auch auf dem US-Markt durchstarten und die US-Kultmarke und Marktführer Greyhound direkt herausfordern.

    Firmenchef André Schwämmlein hat eine Mission: "Wir wollen Busfahren attraktiv für alle machen", sagte der deutsche Unternehmer in Hollywood bei der Pressekonferenz zum Auftakt der US-Expansion. In Amerika, dem Land der Autobesitzer, wo längere Strecken meist geflogen werden, ist das ein ambitioniertes Ziel. Flixbus will die US-Kunden mit "smarter und grüner Mobilität" sowie günstigen Preisen und dem "besten Service" überzeugen. Das dürfte allerdings nicht ganz einfach werden.

    In den USA haben Fernbusse viel Tradition, aber einen schlechten Ruf als Reiseoption für Leute, die sich kein Flug- oder Zugticket leisten können. Der Greyhound-Bus – häufig besungen und in Hollywood-Filmen gezeigt – ist ein fester Bestandteil der US-Popkultur. In der Realität machen ramponierte Sitze und stinkende Bordtoiletten die langen Fahrten durch das weite Land aber immer noch zu einem gewissen Abenteuer.

    Der für das US-Geschäft zuständige Manager Pierre Gourdain setzt direkt zur Kampfansage an die US-Konkurrenz an: "Dies wird unser größter Markt und unser größter Erfolg", ist der Franzose sicher. Los Angeles werde das zweite globale Hauptquartier neben München werden.

    Dass Flixbus seinen europäischen Senkrechtstart wiederholen kann, bezweifeln Experten eher. Der US-Markt ist hart umkämpft und im Umbruch. Die Anbieter haben ihre Flotten in den letzten Jahren modernisiert – wenngleich die Verbindungen oft dürftig sind.

    OÖN, 17.05.2018, 00:04 Uhr

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