• Wirtschaft

    Energie AG und Linz AG vermieten jetzt E-Autos

    Kunden zahlen für einen Elektro-BMW 669 Euro pro Monat

    Linz. Die Energie AG und die Linz AG steigen in ein neues Geschäftsfeld ein. In Zusammenarbeit mit der OÖ Versicherung wird den Kunden der oberösterreichischen Energieversorger ein Elektroauto-Gesamtpaket angeboten. Um 669 Euro pro Monat kann man vier Jahre lang einen BMW i3 mieten.

    Der Fixpreis deckt nicht nur die Nutzung des Autos ab, sondern auch eine Vollkaskoversicherung, eine Heim-Ladestation, eine Stromgutschrift für 15.000 Kilometer im Jahr sowie Sommer- und Winterreifen, ein Service-Paket und alle Gebühren. Für die Ladestation, die im Eigentum des Kunden ist, kann dieser außerdem 700 Euro Landesförderung lukrieren.

    Mit diesem in Österreich und Deutschland völlig neuen Angebot reagiere man auf Megatrends wie „mieten statt kaufen“ und ökologisches Bewusstsein, sagte Michael Baminger, Geschäftsführer der Enamo, Vertriebstochter von Energie AG und Linz AG, am Dienstag bei der Präsentation. Auf die Frage, ob 669 Euro nicht viel seien, sagte Baminger, dass beispielsweise ein VW Golf von den Gesamtkosten her im Monat letztlich teurer komme.

    „Vom Freak zum Rechner“

    Nach Ablauf der Leasingzeit ist vorgesehen, dass man den Wagen zurück gibt. Es soll aber auch möglich sein, das Auto dann zu erwerben. Der Restwert würde im Schnitt rund 19.000 Euro betragen, hieß es gestern. Je nachdem, wie stark man das Auto genutzt hat, wird dieser Wert variieren.

    Wie viele Fahrzeuge vermietet werden, ist vorerst offen. „Wir haben als Enamo keinen Deckel eingezogen, aber auch keine Autos auf Halde liegen“, sagte Baminger. Sobald ein Kunde komme, werde ein Wagen bestellt. BMW hat im Vorjahr etwa 800 i3 verkauft, nach dem ersten Quartal sei heuer weiteres Wachstum absehbar, sagte BMW-Sprecher Michael Ebner.

    Energie-AG-Generaldirektor Werner Steinecker begründete die Triebfeder für das Angebot mit seiner Erwartung, „dass sich der E-Auto-Kunde vom Freak zum Rechner entwickeln wird“. Auch verkaufe man als Energieversorger nicht mehr nur Strom, sondern auch Service und Zusatznutzen.

    Linz-AG-Generaldirektor Erich Haider sagte, dass die oberösterreichischen Energieversorger schon Partner im größten Ladenetzsystem Österreichs seien. Es umfasse derzeit 1300 öffentliche Ladepunkte, bis Ende des Jahres sollen es an die 2000 sein. In Oberösterreich werde kontinuierlich ausgebaut, auch bei den Schnell-Ladestationen.

    Die Mobilität werde sich in Zukunft verändern, darauf müsse man auch als Assekuranz reagieren, sagte Josef Stockinger, Generaldirektor der OÖ Versicherung. Er verwies darauf, dass man schon bisher für Autos mit alternativen Antrieben Rabatte gewähre. (az)

    18.04.2017, 13:59 Uhr

    Mehr Wirtschaft
    Wirtschaft Übersicht
    Zurück Zum Seitenanfang