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    Die Börsen stellen sich auf das Ende der Geldschwemme ein

    Die Börsen stellen sich auf das Ende der Geldschwemme ein

    FRANKFURT. Bei der Zinssitzung am Donnerstag könnte EZB-Chef Mario Draghi Hinweise auf einen Zeitplan für die Kurswende geben.

    In den vergangenen Wochen haben sich die Signale gemehrt, dass die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dem Ende zugeht. Mit konkreten Beschlüssen rechnen Experten bei der dieswöchigen Zinssitzung am Donnerstag zwar nicht. Sie hoffen aber auf Hinweise für ein Zurückschrauben des Anleihenkaufprogramms.

    "In seiner Sitzung am Donnerstag dürfte der EZB-Rat erstmals intensiv diskutieren, wie die Geldpolitik im kommenden Jahr fortgesetzt wird", sagt der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer. Zinserhöhungen stünden noch lange nicht auf der Agenda. Börsianer erwarten aber, dass die EZB im September den Einstieg in den Ausstieg aus ihren billionenschweren Anleihekäufen verkündet.

    Blick nach Jackson Hole

    Beim Jahrestreffen der Zentralbanker im US-amerikanischen Jackson Hole könnte Draghi im August das Feld bereiten. 2014 hatte er dort verkündet, die unerwünscht niedrige Inflation mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhöhen, und damit den Ankauf von Staatsanleihen eingeläutet.

    In den USA rückt indes der Abbau der im Kampf gegen die Finanzkrise aufgeblähten Bilanz der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) näher. Fed-Chefin Janet Yellen deutete an, dass es behutsame Zinserhöhungen geben werde.

    Die Börsianer spekulieren, dass die Zinsen auf lange Sicht nicht mehr das Niveau der Vergangenheit erreichen werden. Das beflügelt die Börsen, da niedrige Zinsen Aktien im Vergleich zu Anleihen attraktiver machen. Der deutsche Leitindex DAX legte auf Wochensicht zwei Prozent auf rund 12.630 Punkte zu, Zuwächse gab es auch an der Wall Street. Den Investoren gefalle, dass die US-Notenbank an ihrem Kurs festhalte, sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axitrader.

    Japans Negativzinsen

    Diese Woche berät auch die japanische Notenbank. Analysten rechnen, dass die Zinsen unverändert bleiben. Damit bliebe der Negativzins auf Einlagen von Finanzinstituten bei 0,1 Prozent. Insidern zufolge werden die Notenbanker aber die Wachstumsprognosen anheben und die Inflationserwartungen zurückschrauben.

    17.07.2017, 00:04 Uhr

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