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    Deutschlands Autohersteller stecken im Abgas-Sumpf

    Deutschlands Autohersteller stecken im Abgas-Sumpf

    STUTTGART. Jüngster Höhepunkt in der Dieselaffäre sind die 774.000 europaweiten Rückrufe bei Daimler.

    Im September 2015 begann es mit Volkswagen, nun zieht die Abgas-Affäre bei deutschen Autoherstellern immer weitere Kreise. Es gibt Klagen, Schadensersatzforderungen und Ermittlungen gegen Unternehmenschefs. Was bisher passiert ist:

    Volkswagen: 2015 hatten die Wolfsburger eingeräumt, bei Millionen Dieselautos Abgastests manipuliert zu haben. Weltweit musste der Konzern elf Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Mittlerweile wird gegen fast 50 mutmaßlich Beteiligte ermittelt – auch wegen Marktmanipulation und Betrugs. In der Kritik steht vor allem Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn.

    Audi: Bei der VW-Tochter gerät Chef Rupert Stadler unter Druck. Ermittler durchsuchten am Montag seine Wohnung. Sie legen Stadler und einem weiteren Audi-Vorstand Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung zur Last. Die Zahl der Beschuldigten bei Audi ist damit auf 20 gestiegen. Bisher hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) befohlen, 216.000 Audi-Dieselautos zurückzuholen.

    Porsche: Seit knapp einem Jahr wird auch gegen die VW-Tochter ermittelt. Es geht um den Verdacht des Betrugs und der strafbaren Werbung, wegen einer mutmaßlichen Manipulation der Abgasnachbehandlung. Vor zwei Monaten nahmen Ermittler einen leitenden Mitarbeiter in Untersuchungshaft. Porsche rief bisher 28.250 Modelle der Marke Cayenne und 52.800 Modelle der Marke Macan zurück.

    Daimler: Die Nachricht traf Vorstandschef Dieter Zetsche am Montagabend ins Mark: Daimler muss europaweit 774.000 Mercedes-Benz-Diesel zurückbeordern. Grund dafür sind unzulässige Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung. Die Stuttgarter haben gegen die Entscheidung des KBA Widerspruch angekündigt.

    BMW: Die Münchner stehen heuer seit März im Visier der Staatsanwaltschaft. Sie sollen in rund 11.000 Dieselautos eine falsche Abgas-Software eingebaut haben. BMW-Chef Harald Krüger sagt, bei Autos der 5er- und 7er-Baureihen sei irrtümlich die Software anderer Modelle aufgespielt worden. Motorsteuerung und Abgasreinigung seien nicht manipuliert worden.

    Opel: Bisher hat Opel weder mit Ermittlungen der Justiz noch mit einem Pflicht-Rückruf zu tun. Wie die anderen Hersteller lehnt Opel jedoch Hardware-Nachrüstungen mit der Begründung ab, sie seien nicht praktikabel. Das freiwillige Update für rund 90.000 Diesel-Fahrzeuge verzögerte sich bis ins Jahr 2017. Seit August 2016 werden neue Autos bei Opel mit einer neuen Software ausgerüstet.

    13.06.2018, 00:04 Uhr

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