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    Bestellt, bezahlt, betrogen

    LINZ / WIEN. Internethandel: Mit welchen Tricks Online-Betrüger Kunden auf die falsche Fährte locken und wie man sich dagegen schützen kann.

    300.000 Euro Schaden sollen sie angerichtet haben: Jene vier Männer aus Nordrhein-Westfalen, denen die Polizei vor kurzem das Handwerk legte. Die Betrüger sollen Handys und Tablet-PCs im Internet um ein Viertel günstiger als die Konkurrenz angeboten haben. Kunden bestellten und bezahlten – doch die Ware kam nie an. Das Quartett hatte einen Fake-Shop betrieben, einen falschen Online-Shop.

    Zwei Arten von Fake-Shops

    Diese Form des Betrugs ist nicht neu, aber sie kommt immer häufiger vor. In Deutschland soll durch scheinbare Online-Händler im vergangenen Jahr ein Schaden von 50 Millionen Euro entstanden sein, Tendenz steigend.
    Konkrete Zahlen zu Österreich gibt es nicht. „Aber uns sind mehrere Hundert falsche Online-Shops bekannt, die hierzulande aktiv waren oder sind“, sagt Thorsten Behrens. Er ist Projektleiter bei Watchlist Internet, einer österreichischen Plattform, die Fake-Shops listet und über aktuelle Fälle informiert.

    Behrens unterscheidet zwischen zwei Arten von Fake-Shops: „Es gibt Shops, wo man anscheinend um ein Vielfaches günstiger kaufen kann, und solche, die sich als offizieller Shop einer Marke ausgeben, aber in Wirklichkeit eine Kopie sind.“

    Betreiber dieser Seiten wählen verschiedene Methoden: Sie kopieren Logos, nutzen eine Internetseite, die früher einmal von einer anderen Firma verwendet worden war, oder bieten nur die Möglichkeit an, per Vorauskasse zu zahlen. Oft würden Betreiber auch ihre Herkunft verschleiern, indem sie eine Domain mit der Endung .at oder .de verwendeten.

    Dies bestätigt Martin Sonntag, Obmann für Versand- und Internethandel in der Wirtschaftskammer Oberösterreich: „Meistens sind es Banden aus Osteuropa.“ Für Kunden gebe es drei Möglichkeiten, Fake-Shops zu identifizieren: unterdurchschnittlich niedrige Preise, kein Impressum und fehlende Auswahl bei Zahlungsmöglichkeiten. Sonntag: „Jeder sollte den Hausverstand beim Einkaufen im Internet einschalten.“

    Noch etwas weist auf eine sichere Seite hin: das Gütesiegel „Österreichischer Onlineshop“, das es seit 2017 gibt. Annähernd 100 oberösterreichische Firmen haben dieses Siegel bereits.

     



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    Martin Roithner, 17.04.2018, 00:04 Uhr

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