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    Ursache für Flugzeugabsturz rätselhaft: Suche nach Opfern in Eis und Schnee

    Ursache für Flugzeugabsturz rätselhaft: Suche nach Opfern in Eis und Schnee

    MOSKAU. Russland: Die Einsatzkräfte konnten aber mittlerweile zwei Flugschreiber sicherstellen.

    Der Absturz eines russischen Passagierjets mit 71 Menschen an Bord gibt den Behörden weiterhin Rätsel auf. Am Tag nach der Katastrophe konnten die Einsatzkräfte gestern allerdings zwei Flugschreiber an der Absturzstelle nahe der Hauptstadt Moskau sicherstellen. Einer habe zwar leichte Schäden, teilte der Zivilschutz des Moskauer Gebietes am Montag mit. Die Ermittler könnten die Daten aber auswerten, hieß es bei der Agentur Interfax zufolge.

    Am Sonntag war das Flugzeug der russischen Saratow Airline wenige Minuten nach dem Start vom Moskauer Flughafen Domodedowo abgestürzt. Keiner der 65 Passagiere und sechs Crew-Mitglieder überlebte das Unglück. Das Flugzeug war in die 1500 Kilometer entfernte Stadt Orsk unterwegs.

    Das russische Ermittlungskomitee nannte menschliches Versagen, schlechtes Wetter, einen technischen Defekt oder eine Missachtung der Sicherheitsbestimmungen als mögliche Unglücksursachen. Die Möglichkeit eines Terroranschlags erwähnte es nicht. Rund hundert Ermittler untersuchten die Absturzstelle nach möglichen Hinweisen.

    Ein Schweizer unter den Opfern

    Die meisten Fluggäste waren Bewohner des Gebietes Orenburg nahe der Grenze zu Kasachstan, zu dem Orsk mit 230.000 Einwohnern gehört. An Bord waren auch drei Kinder und mindestens zwei Ausländer. Eines der Todesopfer ist ein Schweizer Ingenieur. Das bestätigte gestern das Außenministerium in Bern. Das Gebiet Orenburg setzte am Montag einen Trauertag an.

    Video-Drohnen wurden eingesetzt, um die Suche bei Eis und Schnee mit Aufnahmen der Absturzstelle zu unterstützen. Zudem sollten die Suchtrupps mit Schneemobilen ausgerüstet werden. Bislang fand man rund 400 Leichenteile auf einer Fläche von 12 Hektar Land.

    Bereits am Sonntag glaubten die Behörden einen der Flugschreiber gefunden zu haben. Dies stellte sich jedoch als falsch heraus. Im Internet kursierten Videoaufnahmen einer Überwachungskamera, die zeigten, dass die Maschine hart auf einem Feld aufschlug und in Flammen aufging.

    Untersuchungskommission

    Die acht Jahre alte Maschine des Typs An-148 war nach Angaben der Airline erst im Jänner genau gecheckt worden. Auch bei einer Überprüfung kurz vor dem Start hätten keine Unregelmäßigkeiten festgestellt werden können. Die Saratow Airline gab dennoch gestern bekannt, alle Maschinen des Typs vorerst nicht mehr starten zu lassen.

    Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Er wies die Regierung an, eine Untersuchungskommission einzusetzen. "Es ist noch zu früh, um über die genauen Gründe des Absturzes zu diskutieren", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

    OÖN, 13.02.2018, 00:04 Uhr

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