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    Das Fahrradschloss der Zukunft im Test

    Das Fahrradschloss der Zukunft im Test

    OÖN-Technik-Redakteur Leander Bruckbög hat das Fahrradschloss der Zukunft getestet: "Linka" überzeugt mit smarten Funktionen, der Preis ist aber happig.

    So sieht sie also aus, die smarte Zukunft. Vor mir liegt Linka, ein Fahrradschloss, das nur mit App funktioniert. Wie derzeit praktisch alle hippen Dinge wurde Linka über Kickstarter finanziert, hatte danach sogar einen Auftritt in der US-Serie "Shark Tank", wo Erfinder und Unternehmer bekannten Investoren ihre Produkte vorstellen.

    Linka sieht aus wie die Hälfte einer Handschelle, wirkt hochwertig und robust. Das Design soll es besonders schwer machen, das Schloss aufzuschneiden. Das wirkt glaubwürdig, denn ist Linka am Rad montiert, kommt man nur von unten an den 9 Millimeter dicken Stahlbügel. Das ist schön und gut, denkt der geneigte Leser, aber was, wenn ein Langfinger mein Rad einfach schultert und damit davonläuft? Erfinder Mohamed Mohamed aus Kalifornien hat auch daran gedacht und Linka einen dreiachsigen Beschleunigungssensor verpasst, der Alarm schlägt, wenn das Rad von seinem Platz entfernt wird. In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut und sollte die meisten Diebe allein durch den Überraschungsfaktor, dass ein Rad mit einer Alarmanlage gesichert ist, in die Flucht schlagen. Dabei ist die Einstellung so gewählt, dass die 100 dB laute Sirene nicht bei gewöhnlichen Berührungen anschlägt – vorbildlich. Wem der Sensor alleine nicht reicht, der kann Linka zusätzlich mit einer optional erhältlichen Kette am Radständer befestigen.

    App mit kleinen Fehlern

    Sollte ein Langfinger dennoch sein Glück versuchen, wird der Besitzer mittels App davon in Kenntnis gesetzt. Auf einer Karte sieht er außerdem genau, wo sich das Rad befindet.

    Die App selbst ist übersichtlich gestaltet, allerdings haben sich ein paar Übersetzungsfehler eingeschlichen, zumindest in der Android-Variante. Auf iOS war alles in Ordnung.

    Die App verbindet sich über Bluetooth mit Linka, was auch bei der Einrichtung recht unkompliziert funktioniert. Ist Linka mit dem Handy verbunden, kann es versperrt werden. Dazu tippt der Nutzer zweimal auf den Power-Knopf an der Seite des Schlosses.

    Das Entsperren geht noch einfacher, nähert sich der Besitzer dem Rad auf etwa einen Meter, entsperrt sich Linka von selbst. In der Praxis funktionierte das noch nicht ganz einwandfrei. Der Kontrollblick, ob das Schloss auch tatsächlich entsperrt ist, bleibt also notwendig.

    Fazit

    Linka ist tatsächlich das Fahrradschloss der Zukunft. Bis auf kleine Mankos wie die teils holprige Übersetzung und die nicht ganz einwandfreie automatische Entsperrfunktion gibt es nichts zu bemängeln. Auch die Skepsis, sein Schloss per USB-Kabel aufladen zu müssen, räumt Linka mit einer Laufzeit von etwa neun Monaten schnell aus dem Weg. Linka ist ein gelungenes Beispiel, wie man ein Produkt ins 21. Jahrhundert holen kann. Dafür muss der moderne Nutzer aber auch den Preis in Kauf nehmen. 149 Euro kostet das schlaue Schloss derzeit bei Conrad.

     

    Leander Bruckbög, 12.05.2017, 20:03 Uhr

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