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    Amazon: Angriff der "Fake-Händler"

    Amazon: Angriff der "Fake-Händler"

    Der Online-Händler hat Probleme mit Angeboten falscher Drittanbieter.

    Es wäre so verlockend: Bei der Suche nach einem Produkt beim größten Online-Versandhändler Amazon stolpert man über ein Angebot, das weit unter dem üblichen Straßenpreis liegt. Auf die Freude über das Schnäppchen folgen Zweifel. Ist das Angebot echt? Oder handelt es sich hier um einen Scammer, wie Betrüger im Internet genannt werden? Amazon macht es einem grundsätzlich leicht, die Authentizität eines Drittanbieters festzustellen. Auf der Seite des Händlers sieht man dessen Angebot und Bewertungen anderer Kunden. Sind keine Bewertungen vorhanden, ist der Shop meist neu und mit Vorsicht zu genießen, wenn Angebote zu verheißungsvoll sind. Wer trotzdem kauft, bekommt seine Ware nie zu Gesicht. Wird das Geld direkt an den Händler überwiesen – meist wird man dazu per Mail aufgefordert – ist das Geld auch futsch.

    Mittlerweile gibt es eine raffiniertere Variante dieser Betrugsmasche. Dabei übernehmen Hacker die Kontrolle über nicht mehr genutzte Händlershops. Durch die früher gesammelten Bewertungen wirkt der Anbieter seriös und vertrauenswürdig. Erst bei genauerem Hinsehen merkt man, dass die Bewertungen veraltet sind. Auch hat das neue Angebot meist nichts mit der ursprünglich angebotenen Ware zu tun. Bei der Recherche stolperten wir etwa über einen früheren Verkäufer von Poolplanen, der plötzlich DVDs, Spiele und diverse elektronische Geräte im Angebot hatte. Manchmal greifen die Hacker auch aktive Konten an, um dann schnell damit Geschäft zu machen, bevor das Konto gesperrt wird. Bei vermeintlich tollen Angeboten macht sich eine gesunde Skepsis also auf jeden Fall bezahlt.

    Amazon hat schon im November zur Problematik Stellung genommen und versprochen, dagegen vorzugehen. Bei neuen Konten gibt es Limits für die Anzahl der eingestellten Waren. Bei länger existierenden Konten, die gehackt wurden, kann der Online-Gigant jedoch erst nach einer Meldung reagieren. So verschwinden die falschen Shops meist recht bald. Doch so schnell sie verschwinden, so schnell tauchen sie unter neuem Namen wieder auf.

    Leander Bruckbög, 06.05.2017, 05:53 Uhr

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