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    Nacktfotos und Erleichterung: "Königin-Buch" lässt Spanien kalt

    MADRID. Der Ex-Ehemann von Königin Letizia hat einen autobiografischen Roman vorgelegt. Das Buch lässt Spanien kalt, das Königshaus darf aufatmen.

    Der Autor rechnet vor allem mit den Regenbogen-Medien ab.

    Die befürchteten Enthüllungen Alonso Guerreros, der nach seiner langjährigen Beziehung zur späteren "Reina de Espana" in den 1990er-Jahren jahrelang Stillschweigen gewahrt hatte, sind ausgeblieben. Sein Roman "El Amor de Penny Robinson" (Die Liebe der Penny Robinson) basiert, wie der Autor und der Verlag Berenice betonten, auf wahren Begebenheiten. Guerrero erscheint auf 206 Seiten unter seinem echten Namen, alle anderen Hauptfiguren tauchen unter fiktiven Namen auf. Die nicht unbedingt einfach zu lesende Story ist voller Symbole und Metaphern. Das meiste bleibt der Interpretation überlassen.

    Auf den ersten Blick finden sich keine pikanten Enthüllungen, eine etwas komplizierte Geschichte und ein medienscheuer Autor. Angesichts dieser Konstellation ist es kein Wunder, dass das Buch Spanien weitgehend kalt lässt. In den Regenbogen-Medien und TV-Sendungen, die sonst die Royals um König Felipe VI. nicht aus den Augen lassen, wurde die Veröffentlichung bisher kaum erwähnt. Im Kaufhaus der Handelskette FNAC im Zentrum Madrids zog der Roman trotz prominenter Platzierung am Wochenende wenig Aufmerksamkeit auf sich. "Wir haben es bisher kaum verkauft", sagte ein Mitarbeiter.

    Dabei birgt das nach Medieneinschätzung "respektvoll" geschriebene Buch schon etwas Zündstoff. Etwa auf Seite 37. Da lässt der Autor durchblicken - wie alle seriösen Medien Spaniens meinen -, dass er Letizia (im Buch "Laura" genannt) im Bett zweimal nackt fotografiert hat. "Ich habe den Selbstauslöser gedrückt und mich neben ihr fotografiert, so nackt wie sie", schrieb Guerrero.

    Kein "Verrat am Königshaus"

    Das Buch ist keine "Abrechnung" mit Letizia und auch kein "Verrat am Königshaus", wie Medien im Vorfeld vorschnell geurteilt hatten. Dem Autor geht es wohl in erster Linie darum, sich die eigenen Geister, die Probleme und den Gram von der Seele zu schreiben - und mit den Medien und Paparazzi abzurechnen. Sie hatten ihm nach Bekanntgabe der Verlobung Felipes mit der damaligen TV-Journalistin Letizia Ortiz Rocasolano im Jahr 2003 offenbar das Leben zur Hölle gemacht, ihm monatelang aufgelauert und sogar seinen Müll durchsucht. Er verglich die Paparazzi mit "Hundejägern, mit ihrer am Gürtel hängenden Fangschlinge".

    Alonso Guerrero ist Spanisch- und Literatur-Lehrer. Er lernte Letizia 1989 in der Madrider Schule Ramiro de Maeztu kennen. Damals war die spätere Königin erst 16 oder 17 Jahre alt, der Lehrer, der heute immer noch unterrichtet, wenn auch an einer anderen Madrider Schule, etwa zehn Jahre älter. Die beiden waren rund zehn Jahre ein Paar, bevor sie 1998 standesamtlich heirateten. Die Ehe hielt nur ein Jahr. Guerrero blieb fünf Jahre "anonym", bis zur Verlobung im Königshaus. "Man hat mir 300.000 Euro für ein Hochzeitsfoto angeboten. Aber nein, niemals. Mein Schweigen gehört mir", sagte der 55-Jährige zu "El Mundo".

    Nach Angaben des Verlags handelt der Roman von der "Verwandlung eines Mannes mit einem sehr ruhigen Leben zur Medienfigur". "Aufgrund der Tatsache", heißt es weiter, "dass er mit der Frau verheiratet gewesen war, die zur Königin von Spanien werden sollte, wurde der Mann von der Regenbogenpresse verfolgt, die ihm nicht nur Erzählungen, sondern auch Stücke seiner Person entreißen wollte". Der Autor schreibe, "was er damals alles erlebt hat und vor allem wie er es erlebt hat". Er habe denjenigen, "die etwas mehr als nur Erzählungen suchen, auch ein literarisches Werk" bieten wollen.

    Die Verfolgung durch Medien macht Guerrero dafür verantwortlich, dass seine Schriftsteller-Karriere trotz 15 Veröffentlichungen nie richtig in Gang kam. Hoffnung auf einen literarischen Durchbruch hegt der Autor trotz seines jüngsten Werkes wohl nicht mehr. "Du bist tot", sagt jemand im Buch zu ihm.

    nachrichten.at/apa, 11.03.2018, 21:18 Uhr

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