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    SP-Urgestein Blecha verließ mit "viel Wehmut" die politische Bühne

    SP-Urgestein Blecha verließ mit "viel Wehmut" die politische Bühne

    WIEN. Ex-Innenminister trat nach 19 Jahren als Chef des Pensionistenverbands ab – Nachfolger Kostelka wurde mit 98,5 Prozent gewählt.

    Er war von 1983 bis 1989 Innenminister und ab 1999 Präsident des SPÖ-Pensionistenverbands (PVÖ): Gestern, Montag, verließ Karl Blecha beim Verbandstag die politische Bühne. Zum Nachfolger an der PVÖ-Spitze wählten die rund 350 Delegierten mit 98,5 Prozent Peter Kostelka, früher Kanzleramts-Staatssekretär, SP-Klubobmann und Volksanwalt.

    "Ich scheide mit sehr viel Wehmut aus dieser Funktion", sagte Blecha, der gestern auch seinen 85. Geburtstag feierte. Denn die fast zwei Jahrzehnte als Pensionisten-Vertreter seien "neben den Jahren mit Bruno Kreisky die schönste politische Zeit" gewesen. Nachdem Blecha wegen seiner Verwicklung in die Lucona- und Noricum-Affäre 1989 zurückgetreten war, gründete er das in Mittel- und Osteuropa tätige Forschungsinstitut Mitropa.

    "Danke, lieber Charly", sagte gestern SP-Vorsitzender Christian Kern. Er nannte Blecha ein "großes Vorbild für uns". Gleichzeitig richtete er seinem politischen Ziehvater Kostelka aus: "Der Umstand, dass ich heute hier stehen darf, hat auch sehr viel mit dir zu tun." Kern war früher Pressesprecher Kostelkas, als dieser Klubchef war.

    Kostelka bezeichnete den PVÖ als "wichtigste Organisation in Europa zur Vertretung unserer Generation". Als wichtiges Anliegen nannte er die Bekämpfung der Altersarmut. Verabschiedet wurde eine Resolution, in der unter anderem gefordert wird, dass für die jährliche Pensionsanpassung der für Senioren relevante "Mini-Warenkorb" anstatt der allgemeinen Inflation herangezogen wird.

    Blecha wurde die Ehrenpräsidentschaft verliehen. Sehr stolz sei er, dass der PVÖ eine Position erreicht habe, die es ermögliche, auf politischer Ebene "auf Augenhöhe" zu verhandeln, so Blecha.

    OÖN, 17.04.2018, 00:04 Uhr

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