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    Schulklasse

    Opposition will Integrationsklassen an Sonderschulen verankern

    WIEN/LINZ. Die NEOS und die Liste Pilz wollen die in Oberösterreich gängige Praxis des Einrichtens von Integrationsklassen an Sonderschulen gesetzlich besser verankern.

    Sie kündigten bei einem Medientermin am Dienstag in Wien einen Entschließungsantrag im parlamentarischen Unterrichtsausschuss an. Durch eine Änderung des Schulorganisationsgesetzes sind aktuell elf solche Klassen von der Schließung bedroht.

    Seit mehr als 20 Jahren wird in Oberösterreich der Sonderfall der "umgekehrten Integration" praktiziert. Dabei werden nicht Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Regelschulsystem, sondern Kinder mit und ohne Förderbedarf in Integrationsklassen an Sonderschulen unterrichtet. Das Modell existiert aber nur als Schulversuch.

    Aufgrund einer Neuregelung sind elf von 14 Klassen von der Schließung bedroht. Der oö. Landtag hat daher bereits eine Resolution an die Bundesregierung für den Fortbestand der Integrationsklassen beschlossen.

    "Wir erwarten, dass der Bildungsminister eine Lösung auf den Tisch legt. Diese kann nur eine Überführung der Integrationsklassen ins Regelschulwesen sein. Alles darunter werden wir nicht akzeptieren", so die Sprecherin einer unabhängigen Elterninitiative an den elf betroffenen Schulstandorten, Barbara Hofer, in einer Aussendung. Auch NEOS-Bildungssprecher Matthias Strolz pochte auf eine Übernahme ins Regelschulwesen, "alles andere wäre lächerlich".

    Die Schulversuche in Oberösterreich zeigten, "wie erfolgreiche schulische Inklusion aussieht. Die Regierung sollte solche wichtigen Vorzeigeprojekte unterstützen und nicht - wie geplant - abdrehen", sagte die Bildungssprecherin der Liste Pilz, Stephanie Cox. Für eine Öffnung von Sonderschulen sprach sich auch SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid aus.

    nachrichten.at/apa, 13.03.2018, 13:31 Uhr

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