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    Blauer Aschermittwoch mit einem Rundumschlag gegen SPÖ und ORF

    RIED IM INNKREIS. Vor 2000 Anhängern in der Jahnturnhalle teilte Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) kräftig aus.

    Elf Mal stand Heinz-Christian Strache als Oppositionspolitiker am Rednerpult in der Rieder Jahnturnhalle. Am Mittwoch hielt er die traditionelle Aschermittwochsrede zum ersten Mal als Vizekanzler und bemühte sich, den Spagat zwischen Haudrauf-Unterhalter und Regierungsmitglied zu schaffen.

    Und so lobte er vor 2000 Anhängern die Regierungsarbeit, insbesondere die freiheitliche Mannschaft. Besonders viel Applaus erhielt Innenminister Herbert Kickl. Man würde jede Woche ein Wahlversprechen umsetzen, zum Beispiel die Strafrechtsverschärfung. Doch die geht Strache nicht weit genug: "Wer sich an Kindern vergreift, gehört lebenslang hinter Gitter." Auch auf die Arbeit der Historikerkommission und die Anlässe für die Einrichtung derselben ging Strache ein: "Antisemitismus und Rassismus haben bei uns nichts verloren. Das muss jedem klar sein."

    Video: Blauer Aschermittwoch

    "Jammersozialisten"

    Die ersten Schenkelklopfer – vom Publikum mit lautem Lachen bedacht – servierte Strache dann in Richtung SPÖ-Chef Christian Kern. Dieser spiele immer noch seine "Lieblingsrolle, nämlich die Prinzessin auf der roten Erbse". Verglichen mit Kern sei Faymann ein "Energiebündel voller Tatendrang und mit echten Steherqualitäten" gewesen. Sozialdemokraten gebe es nicht mehr, nur noch "Jammersozialisten". Die anderen Parteien bedachte Strache nur mit kurzen Seitenhieben.

    Den meisten Raum in Straches Rede räumte dieser aber dem aktuellen Lieblingsfeind der FPÖ ein: dem ORF. Über sein Facebook-Posting, das ein Bild von Armin Wolf zeigte (mehr dazu hier), meinte Strache, dies sei Satire gewesen: "Die Linken haben die Freiheit der Kunst nicht für sich gepachtet."

    Weniger satirisch fiel dann die Kritik am ORF generell aus. Ziemlich heftig teilte Strache gegen "einige Redakteure" aus. Sie würden "ihre politischen Vorlieben ungeniert ausleben." Auch Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner stellte in seiner Rolle als Vorredner die Medienkritik in den Vordergrund: "Ein Ende der Gis-Gebühren ist ein Ende der Wahrheitsverdrehung."

    Zum Abschluss schwor der blaue Vizekanzler seine Gefolgschaft und die blaue Parteiprominenz um die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller und die Wiener Stadträtin Ursula Stenzel auf die Zeit in der Regierung ein. Vor der FP liege noch ein "weiter und harter Weg". Doch werde man diesen so meistern, wie man auch die Oppositionsrolle gemeistert habe. Denn, zitierte Strache ein Lied: "Wir sind gekommen, um zu bleiben." Das galt auch für die Anhänger, die sich Bier, Heringkäse und Rollmops schmecken ließen und die Gelegenheit für Selfies mit Strache nutzten.

     

    Video: Fans bejubelten Strache in Ried

    Barbara Eidenberger, 14.02.2018, 20:53 Uhr

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