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    Massenproteste: Sorge um Tunesiens Stabilität wächst

    Massenproteste: Sorge um Tunesiens Stabilität wächst

    TUNIS. Die gestiegenen Preise und die hohen Steuern treiben die Menschen wieder auf die Straßen.

    Die Bilder sind fast die gleichen wie vor sieben Jahren. Damals waren junge Menschen in Tunesien auf den Straßen und forderten den "Sturz des Regimes" – heute fordern sie den "Sturz des Finanzgesetzes". Die Demonstranten beklagen gestiegene Preise und zu hohe Steuern. Bei nächtlichen Demonstrationen in verschiedenen Orten des Landes kommt es seit Tagen zu Unruhen und massiven Plünderungen. Auch gestern gab es im ganzen Land Proteste. Die Polizei griff hart durch. Mehr als 700 Menschen wurden in den vergangenen Tagen festgenommen. Ein Mann starb bei gewalttätigen Zusammenstößen.

    Hintergrund für die jüngste Protestwelle ist die grassierende Wirtschaftskrise. Die Inflation stieg bis Ende vergangenen Jahres auf sechs Prozent, das Handelsbilanzdefizit erreichte eine beunruhigende Höhe. Die Staatsverschuldung stieg auf fast 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Wichtige Investitionen bleiben aus, die Korruption grassiert. Islamistische Organisationen versuchen, aus dieser Lage Profit zu schlagen, was wiederum internationale Investoren abschreckt.

    Tunesien galt einst als Musterstaat des "arabischen Frühlings", nun wachsen die Sorgen über die Stabilität des Landes. Das Außenministerium in Wien empfiehlt Tunesien-Reisenden "dringend", die aktuellen Nachrichten zu verfolgen und Menschenansammlungen weiträumig zu meiden.

    13.01.2018, 00:04 Uhr

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