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    Zurück zum Vierteltelefon

    Internetsucht macht Retro-Technologie „echt cool“.

    Eine Untersuchung zum Smartphone-Gebrauch hat ergeben, dass wir täglich zwischen drei und sieben Stunden online sind, Menschen unter 20 Jahren eher gegen sieben, Menschen über 60 eher gegen drei Stunden. Durchschnittlich erreichen uns täglich etwa 60 Whats–App-Nachrichten, bei Schülern sind es oft mehr als 200. Twitter ist bei Jüngeren kein großer Hit, Facebook schon eher. So nebenher kann man auch noch eine konservative Mail-Adresse betreiben, ganz zu schweigen von Online-Spielen. Progressive Bildungsexperten werden sich darüber vielleicht freuen, denn so schlecht steht es offensichtlich gar nicht um die digitale "Bildung" unserer Jugend.

    Und wenn demnächst die Volksschüler gebannt auf ihre Gratis-Tablets starren, wie die verabschiedete Bildungsministerin es zukunftsfroh geplant hat, dann ist der Fortschritt überhaupt nicht mehr zu stoppen. Der Autor des Zeitungsberichts, dem ich diese Informationen entnehme, meint allerdings, wir hätten da schon ein Problem, und jeder wäre angehalten, seinen Smartphone-Gebrauch selbstkritisch zu prüfen. Immerhin gäbe es ja auch noch was anderes im Leben als Apps, zum Beispiel Bücher oder ein Realgespräch mit der Oma. Daher schlägt er vor, probeweise das Smartphone nur zum Telefonieren zu verwenden, die Uhrzeit wieder von einer Armbanduhr abzulesen oder das Handy daheim zu lassen, wenn man spazieren geht. Ich habe dazu einige wegweisende Ideen, zum Beispiel die: Smartphones kann man hie und da abschalten. Doch, das geht!

    Und eine echte Therapie gegen die Smartphone-Sucht wäre die Rückkehr zum Vierteltelefon, einem unvergesslichen Kommunikationsmedium aus meiner Innviertler Kindheit. Meine Familie teilte sich einen Festnetzanschluss mit drei weiteren "Usern". Insgesamt waren 15 Personen auf einen Anschluss angewiesen. Dauertelefonate galten daher als grober asozialer Akt. Spätestens nach drei Minuten brummte mir mein Papa schon ins Telefonat hinein: Aufhör’n, Bua, andere wollen auch telefonieren! Red’st eh nur Blödsinn!

    Christian Schacherreiter, 11.01.2018, 00:04 Uhr

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