• Unser Innviertel

    Exotisches Innviertel

    Nicht nur Mosambik, Neuguinea oder Ostkirgistan sind Geheimtipps. Das Schöne liegt näher

    Die Welt wird immer kleiner; manche wissen gar nicht, wohin sie noch verreisen sollen. Diesen Leuten sollte geholfen werden.

    Zum Jahresanfang veröffentlichten die Zeitungen Tipps, wohin man 2018 fahren könnte. Vieles war ungemein exotisch. Das deutsche Weltblatt "Frankfurter Allgemeine Zeitung" empfahl Ostkirgistan und Westneuguinea, Mosambik und die Lakkadiven im Randmeer des Indischen Ozeans. Und noch einen Geheimtipp verrieten die Fachleute: Niederbayern "irgendwo hinter Deggendorf, Dingolfing und Regen". Dort gebe es viel Geschichte, ein lebendiges Brauchtum, gastliche Menschen, weite Wälder, stille Seen. Flüge, Impfungen und Visa brauche man nicht, "höchstens einen Dolmetscher". Das meinten die Frankfurter natürlich spöttisch. Der Reisetipp hat jedenfalls seine Berechtigung und die Begründung gilt nicht nur für unsere niederbayrischen Nachbarn. Viele Urlauber suchen die Gegenwelt zur täglichen Hetzerei, ein Biotop der Berechenbarkeit in einer unübersichtlichen Welt.

    Was liegt näher als das Innviertel? Wandern oder Schwimmen, Radeln oder Boot fahren, Spa oder Golfplatz, Kultur und Kulinarik, vieles ist zu entdecken – übrigens auch für die Einheimischen, die behaupten, "eh schon alles zu kennen." Entspannen, abschalten, die Auszeit genießen, das braucht jeder. Der Inländer-Tourismus wird in unruhigen Zeiten wichtiger. Daher war es eine richtige Entscheidung der Innviertler Touristiker, im Jänner auf der Ferienmesse Wien (rund 150.000 Besucher) massiv für die Region zu werben. Die Tourismusverbände Braunau und Seelentium aus dem Oberen Innviertel präsentierten sich gemeinsam, das "Stille Nacht"-Jubiläumsjahr wurde besonders hervorgehoben (auch bei der Ferienmesse in München gibt es einen gemeinsamen Stand). In Wien war der Tourismusverband Schärding ebenso (mit einem Schwerpunkt Gesundheitstourismus) vertreten.

    Fest steht: Viele Menschen suchen eine Gegenwelt zur Globalisierung und das Schöne liegt so nah. Man muss es nur entdecken (wollen). Urlaub 2018: Wie wäre es mit einer Entdeckungsreise vor der Haustür?

    Christoph Kotanko, 01.02.2018, 00:04 Uhr

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