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    Keine weiteren Fragen Von Christoph Zöpfl

    Marcel Hirscher: Keine weiteren Fragen

    Marcel Hirscher ist endlich Olympiasieger. Der beste Skifahrer im alpinen Weltcup-Zirkus war er schon vorher und wird es wohl auch noch länger bleiben. Wenn er will.

    Wie ein Mantra verlautbarte Marcel Hirscher vor den Winterspielen in Südkorea den olympischen Gedanken, dass auch ohne Goldmedaille seine außergewöhnliche Karriere komplett und perfekt wäre. Die meisten Journalisten schrieben pflichtbewusst mit und dachten sich dabei: "Das kann der Marcel der Frau Blaschke erzählen." Die Frage nach dem fehlenden Goldstück im Medaillen-Schatz, die den 28-Jährigen aus Annaberg seit Jahren verfolgte, hat sich seit gestern erledigt. Marcel Hirscher ist endlich Olympiasieger. Der beste Skifahrer im alpinen Weltcup-Zirkus war er schon vorher und wird es wohl auch noch länger bleiben. Wenn er will.

    Dass aus dem ehemaligen Zniachtl mit Ziegenpeter-Kindheit auf einer von seinem Vater Ferdinand bewirtschafteten Almhütte ein robuster Siegertyp geworden ist, verdankt Hirscher seinem (Bewegungs-)Talent, dem im Lauf seiner Karriere perfektionierten Umfeld und einer unglaublichen mentalen Stärke. Der Erfolgsdruck weckt bei ihm weder Versagensangst noch Selbstzweifel, sondern den Killerinstinkt. Vielleicht auch deshalb, weil er die Dinge richtig einzuordnen weiß. Sein jüngerer Bruder Leon musste aufgrund einer Hüftkrankheit die Ski-Karriere stoppen, seine inzwischen verstorbene Großmutter wurde nach einem Schlaganfall zum Pflegefall, ein Onkel fiel nach einem Arbeitsunfall ins Wachkoma, und ein anderer Onkel starb jung an einer unheilbaren Krankheit. "Was ist generell das depperte Skifahren im Vergleich zur Gesundheit?", sagte Hirscher einmal in einem Interview. Apropos Interview: Als Gesprächspartner wirkt der Seriensieger zwar authentisch, ab und zu wird aber auch spürbar, dass da ein gutes Medien-Coaching im Hintergrund steht. Sein PR-Mann Stefan Illek folgt Hirscher im Winter wie ein Schatten, er checkt auch den Auftritt in den sozialen Medien und stellt dabei gerade so viele private Fotos von Freundin Laura und den Hunden ins Netz, dass kein Journalist in Versuchung gerät, bei den Hirschers durchs Schlüsselloch zu schauen.

    Christoph Zöpfl, 14.02.2018, 00:04 Uhr

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