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    Der Tennis-Gott Von Dominik Feischl

    Der Tennis-Gott

    Viele hatten Roger Federer nach seiner Knie-Operation im Vorjahr bereits abgeschrieben, doch der Gott des Spiels mit der gelben Filzkugel strafte alle Lügen. Einmal mehr.

    Nachdem der 35-jährige Schweizer bereits im Jänner den Sieg bei den Australian Open einheimste, erlebte er gestern im altehrwürdigen "All England Lawn Tennis and Croquet Club" in Wimbledon eine weitere große Feierstunde in seiner einzigartigen Karriere. Nach dem ungefährdeten Finaltriumph über Marin Cilic stand fest, dass er sich beim Rasen-Klassiker endgültig ein wohl auf lange Zeit unverrückbares Denkmal gesetzt hat. Acht Siege dort schaffte vor ihm noch keiner.

    Um in Wimbledon noch einmal erfolgreich zu sein, hatte der Mann aus Basel auf die gesamte Sandplatzsaison verzichtet. Stattdessen trainierte er eifriger denn je für den Rasen-Höhepunkt. Alles war nur auf ein Ziel ausgerichtet: den achten Triumph in "seinem Wohnzimmer". Gestern wurde er Realität.

    Schon längst wird Federer in einem Atemzug mit Sport-Legenden wie Box-Ikone Muhammad Ali oder Fußball-Gott Pelé genannt. Doch trotz seiner unzähligen Erfolge ist Federer immer der nette Kerl von nebenan geblieben. Auch für die Werbeindustrie blieb er "Everybody’s Darling". 550 Millionen Euro soll er laut dem renommierten Wirtschaftsmagazin Forbes allein über Sponsoren zusammengetragen haben. Weshalb die 100 erspielten Millionen auf dem Tennisplatz fast schon wie Kleingeld anmuten mögen.

    Doch Geld ist für Federer längst nicht mehr die Triebfeder, dass er mit 35 Jahren und 343 Tagen Lebensalter noch als Profi den Schläger schwingt. "Ich habe voriges Jahr in der Pause erst gemerkt, wie mir dieser Sport abgegangen ist. Ich wollte so schnell wie möglich wieder um große Titel kämpfen", sagte Federer.

    Steht er einmal nicht auf seinem liebsten Arbeitsplatz, hat er daheim alle Hände voll zu tun. Seine Frau Mirka und die Zwillingspaare Leo und Lenny sowie Charlene und Myla begleiten Federer um die ganze Welt.

    Dominik Feischl, 17.07.2017, 00:04 Uhr

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