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    Die ewige "Femme fatale" Von Valerie Hader

    Catherine Deneuve: Die ewige "Femme fatale"

    Seit Monaten berichten nicht nur Hollywoodstars, sondern Frauen weltweit unter dem Hashtag #MeToo von ihren Erfahrungen mit sexueller Belästigung. Jetzt hat sich in Frankreich eine Art Gegenbewegung formiert – und in deren Reihen findet sich niemand Geringerer als Film-Diva Catherine Deneuve.

    Gemeinsam mit 100 weiteren Frauen fordert die 74-jährige Schauspiel-Legende in einem offenen Brief, die aktuelle "Denunziations-Kampagne" zu beenden, denn das spiele nur Moralaposteln und religiösen Extremisten in die Hände. "Vergewaltigung ist ein Verbrechen", heißt es in dem Text. "Aber eine beharrliche oder ungeschickte Anmache ist nicht strafbar." Heute würden Männer "zur Kündigung gezwungen, deren einziges Vergehen es ist, ein Knie berührt oder einen Kuss erhascht zu haben", heißt es. Und: "Die Freiheit zu belästigen" sei "unerlässlich für die sexuelle Freiheit".

    Das Plädoyer der französischen Frauen hat umgehend einen Sturm der Entrüstung entfacht – doch das lässt die vielfach preisgekrönte Filmschauspielerin mit Sicherheit kalt. Immerhin lebt die gebürtige Pariserin und leidenschaftliche Raucherin seit mehr als sieben Jahrzehnten in einem Land, in dem es als normal gilt, dass der Präsident eine Geliebte hat und Verführung zum "Tagesprogramm" gehört. Sie selbst wurde mit 17 entdeckt – von Regisseur Roger Vadim, dem damaligen Ehemann von Brigitte Bardot. Seither spielte Deneuve, die sich übrigens auch dafür starkgemacht hat, dass Besuche bei Prostituierten straffrei bleiben, in mehr als 100 Filmen mit.

    Mit ihrer Schönheit, Ausdruckskraft, aber auch mit ihrer Unnahbarkeit hat sie Meisterregisseure inspiriert – und unzähligen Männern den Kopf verdreht. Roger Vadim ist der Vater ihres Sohnes Christian, mit Marcello Mastroianni hat sie Tochter Chiara, von 1965 bis 1972 war sie mit dem Modefotografen David Bailey verheiratet. Ein legendäres Zitat von ihr lautet: "Ein Flirt ist wie eine Tablette. Niemand kann die Nebenwirkung genau voraussagen."

    Valerie Hader, 12.01.2018, 00:04 Uhr

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