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    Ein Wahlgeschenk für Le Pen

    Der Zeitpunkt kann kein Zufall sein: Nur drei Tage vor der richtungsweisenden Präsidentenwahl in Frankreich erschütterte ein Terroranschlag die französische Hauptstadt.

    Während im Hauptabendprogramm gerade die die  letzte Fernsehdebatte aller Präsidenten-Kandidaten lief, wurden die Wähler schmerzhaft daran erinnert, dass die Terrorgefahr weiter besteht, dass es jederzeit jeden treffen kann. 

    Der Angriff hat natürlich unmittelbare Auswirkungen auf die Wahl. Die aussichtsreichsten Kandidaten haben  ihre letzten Wahlkampfauftritte abgesagt. Wer immer der Täter war und was immer ihn zu dieser Bluttat getrieben hat, er hat der rechtsnationalen Kandidatin Marine Le Pen wahrscheinlich ein großes Wahlgeschenk gemacht. Die Front-National-Chefin, die aller Voraussicht nach in die Stichwahl einziehen wird, nutzte die ersten Minuten nach dem Anschlag auch gleich für Eigenwerbung: „Der Alptraum wiederholt sich“, schimpft sie. Islamistische Gefährder gehörten umgehend eingekerkert, vor Gericht gestellt oder ausgewiesen. Damit sprach sie sicher so manchem noch unentschlossenem Wähler aus der Seele. 

    Wer auch immer die Wahl am Sonntag gewinnt: Auch er/sie wird sich darauf einstellen müssen, dass die Terrorgefahr nicht vorbei ist. Auch das hat der jüngste Anschlag gezeigt.

    Heidi Riepl, 21.04.2017, 09:15 Uhr

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