• Kultur

    Kunst in vielfältigen Geschichten

    Ausstellung der „Neuen“: Steixner, Sturm, Kerstinger und Wimmer

    Die Vereinigung Kunstschaffender Oberösterreichs (bvoö) startet wie gewohnt mit der Präsentation ihrer neuen Mitglieder in das Ausstellungsjahr. Der Galerieraum im Kulturquartier ist überschaubar groß, es tut den Werken dementsprechend gut, dass es nicht mehr als vier „Neue” sind. Iona Steixner kann sich mit ihren drei großen Papierbögen, mehreren Blättern an der Wand und einer Rauminstallation ausbreiten, und auch die anderen drei haben Platz für ihre teils großformatigen Malereien.

    Unzensierte Gedankenstriche

    Steixner beeindruckt mit der subtilen Poesie ihrer mit Bleistift auf Papier übertragenen Muster von Spinnennetzen und mit „geschriebenen Zeichnungen”: Aus handschriftlichem Text entstehen Muster, die an die Bewegung von Wasser oder von Rauch angelehnt sind. „Die Gedanken kommen und gehen”, sagt Steixner, die Malerei und Bildhauerei an der Linzer Kunstuniversität studiert hat. „Unzensiert und möglichst in einem durch” schreibe sie ihre Gedanken auf das Papier. Das sei „beinahe wie Meditation“, sagt sie.

    Textfragmente finden sich auch in den Bildern von Eva Sturm, die an Comics erinnern. Obwohl sie aus nur wenigen Strichen bestehen, stecken die Motive voller Bewegung und Geschichten. Die gebürtige Linzerin, die an der Wiener „Angewandten” studiert hat und heute wieder in ihrer Heimatstadt lebt und arbeitet, bezeichnet ihre Werke als „metaphorische Antworten auf die Welt”. In ihrer Serie „big squares” bildet die Künstlerin ihre Stimmungen oder Gedanken zum Tagesgeschehen ab.

    Klaus Ludwig Kerstinger „kooperiert” mit seinen Töchtern (3 und 5 Jahre alt), wie er es nennt. Er lässt sie also an seinen Bildern mitarbeiten – es entsteht ein „Zusammenspiel“. Eine ungewöhnliche Herangehensweise in der Kunst, wo doch Professionalität und Autorschaft so wichtig genommen werden. Manchmal womöglich zu wichtig. Die Werke des Burgenlandkroaten Kerstinger, der seit einem Jahr in Oberösterreich lebt, sprechen dafür, dass (kindliche) Kreativität von außen sehr produktiv sein kann.

    Die Malerei des Autodidakten Daniel Wimmer ist altmeisterlich, aber nicht antiquiert. Wimmer dokumentiert Menschliches: Seine Porträts von Kindern und Jugendlichen am Strand sind – trotz beinahe fotorealistischer Technik – nicht plakativ, sondern zart und dabei auch ein bisschen melancholisch. Die Abgebildeten wenden den Blick ab, sehen zu Boden oder zur Seite.

    Blick auf die Details

    Allen neuen bvoö-Mitgliedern gemeinsam ist die Aufmerksamkeit für Details des täglichen Lebens. Ihre Kunst drängt sich nicht auf, erzählt aber bei genauer Betrachtung vielfältige Geschichten.

    Diese von Silvia Sun und Violetta Wakolbinger kuratierte Ausstellung zeigt enorm zeitgemäße, eigenständige Werke der vier „Neuen”, die im heimischen Kunstbetrieb ohnehin keine ganz Unbekannten mehr sind.

    Ausstellung: „Die Neuen”, bis 31.1.; Mo – Fr 15 – 19, Sa 13 – 17 Uhr, Galerie der bvoö im Kulturquartier, Landstraße 31, 4020 Linz

    Hannah Winkelbauer, 13.01.2018, 00:04 Uhr

    Mehr Kultur
    Kultur Übersicht
    Zurück Zum Seitenanfang