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    "Fundamental": Eine Ausstellung über das Wesentliche

    "Fundamental": Eine Ausstellung über das Wesentliche

    Malerei, Fotografie, Objektkunst, Performance: Gastspiel der Vereinigung Kunstschaffender Oberösterreichs im Kunstverein Steyr

    Kunst geht den Dingen auf den Grund. So die These des Kunstvereins Steyr und dessen Leiter Enrico Savio. 13 Positionen der Vereinigung Kunstschaffender Oberösterreichs (bvoö) sind derzeit im Schloss Lamberg zu Gast. Nach "Radikal" im Vorjahr heißt es nun "Fundamental". Die Künstlerinnen und Künstler arbeiten teils mit starker Symbolik, etwa Klaus Ludwig Kerstinger mit seiner "Paraphrase auf Michelangelo Buonarroti", einer stilisierten "Pietà" aus Kabelrolle. Ein Motiv der Kunstgeschichte, das über die Zeit hinweg funktioniert.

    Therese Eisenmann steuert ausdrucksstarke Tierbilder bei: wilde Kreaturen, in kraftvoller Eleganz, auf hellem, grobem Büttenpapier. Katharina Acht dokumentiert in ihren Fotografien das Innere eines Luxushotels. Die Bilder stehen in spannendem Kontrast zu der offenen, eher rauen Umgebung des Raumes. Eckart Sonnleitner erforscht in seinen mit Zeichnungen überarbeiteten Digitalfotografien organische Strukturen, ebenso Robert Moser in seiner Malerei "Struktur auf Grün". Robert Oltay lotet in seiner Malerei die Grenzen seines Mediums aus, an dessen Überleben er "fundamental" glaube, wie er sagt. Veronika Merl zeigt Arbeiten aus der Serie "Wald, möbliert": Zeichnungen von Waldstücken, in die sich Möbelstücke verirrt haben.

    Zuschauen und mitdiskutieren

    Das Projekt hinterfrage auch "die gängige Form der Kunstpräsentation", wie es im Text zur Ausstellung heißt. Wolfgang Richter und Robert Moser sowie Violetta Wakolbinger nutzen den weitläufigen Raum für Installationen, und Christa Pitschmann performte am Eröffnungsabend. Außerdem mit Werken vertreten sind Alexander Fasekasch, Erich Spindler, Adriana Torres-Topaga und Bibiana Weber. Von organischen Strukturen und wilden Tieren, über von Menschen Gebautes bis hin zu Kunstwerken, die grundlegend für sich stehen: Die beteiligten Kunstschaffenden widmen sich dem "Fundamentalen" auf ganz unterschiedliche Weise. Die gelungene Hängung ermöglicht Korrespondenzen zwischen dem einen oder anderen Werk.

    Die Schau findet in zwei Teilen statt, nach der Hälfte der Laufzeit folgt eine "Mutationsphase", in der öffentlich zugänglich umgebaut und geprobt wird. Das Publikum ist eingeladen, zuzuschauen und mitzudiskutieren.

     

    Ausstellung: "Fundamental", 1. Teil: bis 18. 3., Mutationsphase: 20.3. – 4. 4.; 2. Teil: Eröffnung am 5. 4. um 19.30 Uhr, bis 20. 5.; Blumauergasse 4, 4400 Steyr; Do – So 10 – 12 und 14 – 17 Uhr

    Hannah Winkelbauer, 13.02.2018, 00:04 Uhr

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