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    Ein Oscar für "Casablanca!" als Theatererlebnis

    Ein Oscar für "Casablanca!" als Theatererlebnis

    "Spiel’s noch einmal, Sam" – und schon ist der Koffer ein Pianino, und "As time goes by" ruft voll Melancholie jene große Liebe in Erinnerung, von der "Casablanca" erzählt. Diesmal nicht im Kino, sondern auf der kleinen Tribüne Linz.

    Es ist ein gewagtes Unterfangen, den oscarprämierten Filmklassiker für eine Theaterversion zu adaptieren. Doch Regisseurin Cornelia Metschitzer ist dieses Kunststück geglückt, samt großen Gefühlen, fast ohne Kitsch, dafür mit der Spannung eines Thrillers vor dem präsenten Hintergrund des Zweiten Weltkrieges.

    Auf der Flucht aus Europa

    Die Lage in Casablanca 1942 ist umgekehrt zur heutigen: Die Stadt ist ein Sammelbecken gestrandeter Seelen aus Europa, die auf ein Transitvisum in die USA hoffen. Wie auch Ilsa Lund und ihr Mann, Widerstandskämpfer Victor László. In Ricks Nachtclub begegnet sie ihrer alten Liebe. Die Last, auf den Spuren von Humphrey Bogart und Ingrid Bergman zu wandeln, haben die Darsteller abgeschüttelt, indem sie ihren eigenen Weg gehen.

    Als Frau zwischen zwei Männern ringt Kristin Henkel mit Loyalität und Leidenschaft. Alexander Lughofer legt die Schmach des Verlassenen in seinen Blick. Samuel Pock ist ein nobler Victor László, Paula Kühn gibt spitzbübisch den ambivalenten Polizeichef Renault. Rudi Müllehner wechselt gekonnt zwischen scharfer Kälte als Nazi-Major und Sanftmut als Pianist. Langer Beifall für 130 atmosphärisch dichte Minuten (ohne Pause), die grenzlastig lang sind, sich aber kürzer anfühlen. (kasch)

    "Casablanca!": Stück von Cornelia Metschitzer nach dem Film, Tribüne Linz, 12. 3.

    Termine: 18. 3., 17 Uhr, 22., 27. 3.; 6., 14., 18., 24., 27. 4., 19.30 Uhr; Karten: 0699 11 399 844, tribuene-linz.at

     

    14.03.2018, 00:04 Uhr

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