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    Crossing Europe: Großer Preis für junge Kroatin

    Die Siegerfilme des Crossing Europe stehen fest, die OÖN stellen sie vor. Der große Spielfilm-Preis geht an Hana Jušic.

    Die Werke, die Jury und Publikum beim 14. internationalen Filmfestival in Linz prämiert haben, spiegeln das Wesen des Crossing Europe. Es ist ein Sprachrohr für Filmschaffen zwischen Lust an exzeptioneller Kino-Ästhetik mit Köpfchen und brennenden Fragen, die Familie und europäische wie (ober)österreichische Identitäten betreffen. Dass Frauen Regie führen, wird hier nicht als Errungenschaft präsentiert, die man als Veranstalter für Aufmerksamkeit auf einen Sockel stellt. Weibliches Filmschaffen wird als das wahrgenommen, was es sein soll: Normalität, die notwendig ist. Genauso wie junges Kino, das mit Arbeiten erfahrener Regie-Generationen Hand in Hand geht. Hier der Überblick über die Gewinner: 

     

    Kategorie: Spielfilm (10.000 Euro)

    "Quit Staring At My Plate" ("Ne gledaj mi u pijat") 

    Worum geht's? In Marijanas Leben dreht sich alles um die Familie. Ob sie will oder nicht. In ihrem winzigen Apartment leben Eltern und Kinder mehr aufeinander als nebeneinander. Neue Freiheit findet sie beim Sex mit einem Unbekannten. Aber wie ist mit dieser Freiheit umgehen? 

    Wer hat Regie geführt? Hana Jušic. Die Filmemacherin, Jahrgang 1983, stammt aus Kroatien und wurde bereits beim renommierten Filmfestival in Venedig für die in Linz prämierte Arbeit mit dem "Fedeora Award" ausgezeichnet. 

    In welchen Ländern wurde er produziert? Dänemark und Kroatien

    Aus der Wertung der Jury, die sich einstimmig für den Film entschied: „Komplex und provokant, aufrichtig und voller Energie vermittelt der Film die Botschaft, dass es nie zu spät ist, erwachsen zu werden.“

    TIPP! Der Film wird am 1.Mai um 18.30 Uhr im City-Kino nochmals gezeigt.

     

     

     

    Kategorie: Publikumspreis Spielfilm (1000 Euro) 

    "Heartstone" ("Hjartsateinn") 

    Worum geht's? Ein entlegenes Fischerdorf in Island. Die Teenager Thor und Christian erleben einen turbulenten Sommer. Während der eine versucht, das Herz eines Mädchens zu gewinnen, entdeckt der andere neue Gefühle für seinen besten Freund... 

    Wer hat Regie geführt? Guðmundur Arnar Guðmundsson. Der Regisseur wurde 1982 in Reykjavík geboren und machte sich bereits mit seinem Kurzfilm "Whale Valley" beim Filmfestival in Cannes einen Namen.  

    In welchen Ländern wurde der Film produziert? Island und Dänemark 

    TIPP! Der Film wird am 1. Mai um 20.30 Uhr im City-Kino nochmals gezeigt

     

     

     

    Kategorie: Dokumentarfilm - Preis für soziale Relevanz (5000 Euro) 

    "Close Relations" ("Rodnye")  

    Worum geht's und wer hat Regie geführt? Der ukrainische Filmemacher Vitaly Mansky ist gleichzeitig Schöpfer von "Rodnye" und sein Referenzpunkt. Er spürt dem politischen-sozialen Beben in der Ukraine 2014/15 nach, indem  er seine engsten Familienmitglieder in den Fokus rückt. Eine zeitgeschichtliche Familienaufstellung. 

    In welchen Ländern wurde der Film produziert? Lettland, Estland, Deutschland, Ukraine 

    Aus der Wertung der Jury: „Wir möchten die Arbeit eines mutigen Filmemachers auszeichnen, die aus der Notwendigkeit heraus entstanden ist, die Wahrheit zu erzählen."

    TIPP! Der Film wird am 30. Mai im Central Linz nochmals gezeigt – in Kooperation mit gfk-Gesellschaft für Kulturpolitik OÖ.

     

     

     

    Kategorie: Lokale Künstler (Geldpreis 5000 Euro) 

    "Oderland. Fontane"

    Worum geht's? Der Film ist Teil einer Reihe zu Theodor Fontanes (1819–1898) Reisefeuilletons „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.  Betrachtungen der Landschaft und des Flusses treffen in einem Doku-Essay auf Texte des deutschen Schriftstellers. 

    Wer hat Regie geführt? Bernhard Sallmann, geboren 1967 in Linz, ein vielfach prämierter, freischaffender Filmemacher, lebt in Berlin. 

    Aus der Begründung der Jury: Meditative Ruhe und analytische Schärfe sind die Parameter, die das Prinzip des Films ausmachen und dem Publikum mittels der ausgezeichnet ausgewählten und vorgetragenen Bild-Ton-Montage einen Raum öffnen, um die Zusammenhänge zwischen Natur, Kultur und Politik zu verstehen." 

     

    Kategorie: Lokale Künstler (Sachpreis 2000 Euro) 

    "Kaugummizigartetten" 

    Worum geht's? Kaugummizigaretten erzählt die Geschichte eines Mädchens, das zwischen Erwachsenen aufwächst und die Erfahrung macht, dass Freiheit manchmal schön und manchmal bedrückend sein kann.

    Wer hat Regie geführt? Die Linzerin Marie Luise Lehner. Sie war 2012 Siegerin des OÖNachrichten-Preises beim Literaturwettbewerb „sprichcode“ und hat u. a. die OÖN-Kolumne "Jugendstil" geschrieben. 

    Aus der Begründung der Jury: “Mit einem fulminanten Auftakt – dem Sprung ins nasse Ungewisse – und dem insgesamt richtigen Gespür für das Erzählerische wird filmtechnisch rotzig eine Kindheitswelt erschaffen, die sich in der Ambivalenz gegenwärtiger Familienkonzepte bewegt." 

     

     

     

    Kategorie: Innovative Award - Lokale Künstler (3500 Euro) 

    "fetish finger"

    Worum geht's? Berührend und doch nicht greifbar. Dieser Film vereint Videoclips, die sich der Komplexität von haptischer Wahrnehmung in digitalen Bildschirmmedien widmen.

    Wer hat Regie geführt?  Susanna Flock, geboren 1988, lebt und arbeitet in Wien und hat an der Linzer Kunstuniversität studiert. 

    Aus der Begründung der Jury: "Medienbilder des Selbst sind die Fetische der digitalen Kultur. Sei es die eigene Katze, der zur optimierbaren Oberfläche mutierte Körper oder der Kochtopf – sie alle dienen der Subjektkultur des Selfies. Mit Susanna Flocks Video „Fetish Fingers“ scrollen wir uns langsam durch diese Bildkultur der Gegenwart. Dabei überzeugt die Inszenierung der Hand, dem Symbol für Do-It-Yourself-Kultur schlechthin." 

     

    Kategorie: Creative Region Music Video - Publikumspreis  (1500 Euro) 

    "Naked Thoughts" die Band "Alpine Dweller" 

    Worum geht's?  Um ein Wesen auf der Suche nach Sinn in einer makabren, nördlich geprägten Welt.

    Wer hat Regie geführt? Josef Fink.Seit 2011 Studium an der Kunstuniversität Linz, seit 2015 Regieassistent am Landestheater Linz, zurzeit freier Filmproduzent.

     

     

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    Der letzte Festival-Tag mit vollem Programm: Sonntag, 30. April 
    Siegerfilme gibt es am Montag, 1. Mai, am Abend zu sehen (siehe oben). 
    Info, Karten-Reservierung, Programm:  www.crossingEurope.at  
    Info, Karten-Reservierung: 0680 - 506 1 506
    Karten kaufen: bis inkl. 30. April,10 bis 23 Uhr, City-Kino und Moviemento Linz

     

    Nora Bruckmüller, 29.04.2017, 21:01 Uhr

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