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    Was Menschen in psychischen Krisen hilft

    Was Menschen in psychischen Krisen hilft

    Die neun wichtigsten Erste-Hilfe-Regeln bei seelischen Krisen.

    "Obwohl in Österreich jeder dritte Mensch von psychischen Krankheiten betroffen ist, begegnen wir diesen oft mit Ratlosigkeit und großer Verunsicherung. Was also tun, wenn der Mensch neben uns weint, traurig ist, apathisch und verzweifelt wirkt?", fragte pro-mente-Austria-Präsident Werner Schöny bei der gestrigen Fachtagung im Linzer Ursulinenhof.

    "Psychisch Erkrankte können häufig aus Angst und Scham nicht über ihre Probleme sprechen, was zu sozialem Rückzug und Vereinsamung führt. Das ist eine aus gesundheitlicher Sicht hochproblematische Situation, der pro-mente-Austria mit Aufklärung und Hilfe begegnen möchte. Wir haben deshalb das Jahr 2018 unter das Motto ‚Erste Hilfe für die Seele‘ gestellt", sagte der Psychiater vor mehr als 400 Zuhörern.

    Mindestmaß an Kompetenz

    Doch wie kann und soll der Umgang mit psychisch kranken Menschen in Krisensituationen genau aussehen? "Ein Mindestmaß an Kompetenz sollten möglichst viele Menschen erwerben", meinte Schöny und formulierte die neun wichtigsten Erste-Hilfe-Regeln bei seelischen Krisen:

    • Hinsehen statt wegschauen. 
    • auf einen Menschen in der Krise zugehen
    • sich Zeit nehmen, Geduld haben
    • zuhören und gemeinsam schweigen
    • den Betroffenen in seiner Situation und Stimmung annehmen
    • sich in den anderen so gut wie möglich einfühlen
    • eigene Meinungen und Werthaltungen zurückstecken
    • sparsam sein mit gut gemeinten Ratschlägen
    • rechtzeitig und ohne Diskussion professionelle Hilfe holen

    Kompetentes Reagieren auf seelische Krisen wird auch deshalb immer wichtiger, weil die Häufigkeit psychischer Erkrankungen zunimmt: Depressionen stehen im Krankheitsranking auf Platz Eins. Auch bei Suchterkrankungen, speziell bei der Alkoholsucht, werden massive Anstiege verzeichnet.

    "Wir leben heute in schwierigen Zeiten. Viele Menschen, besonders psychisch Erkrankte, fürchten sich vor Einsparungen im Sozialbereich", sagte Werner Schöny und versprach: "Wir bei pro-mente werden darauf schauen, dass diese Menschen nicht zu kurz kommen." (bar)

    13.04.2018, 00:04 Uhr

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