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    Schmerzhaftes Leiden Kalkschulter

    Schmerzhaftes Leiden Kalkschulter

    Jeder Zehnte ist von Kalkablagerungen in einer Sehne der Schulter betroffen.

    Vorhänge aufhängen, Glühbirnen einschrauben, Fenster putzen: Über-Kopf-Bewegungen wie diese bereiten Kalkschulter-Patienten große Qualen. Kaum zu glauben, dass für diese stechenden Schmerzen kleine Kristalle aus Kalziumsalzen verantwortlich sind. "Bei einer Kalkschulter ist nicht das Schultergelenk selbst betroffen, sondern es kommt zu Kalkeinlagerungen in den umgebenden Sehnen. Schmerzen im Oberarm, die bis ins Handgelenk ausstrahlen können und oft auch in der Nacht beim ruhigen Liegen auf der betroffenen Schulter auftreten, sind die Folge", erklärt Jürgen Kleinrath, Schulterexperte an der Abteilung für Unfallchirurgie am Landes- Krankenhaus Kirchdorf.

    In der Regel tritt eine Kalkschulter zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr auf. Was die Ursachen betrifft, so gibt es zwar einige medizinische Vermutungen, vollends geklärt sind die Auslöser dieser unangenehmen Erscheinung jedoch noch nicht. Häufig ist die Diagnose Kalkschulter ein Zufallsbefund beim Röntgen. "Kalkdepots in den Schultersehnen müssen dabei nicht zwangsläufig zu Beschwerden führen und erfordern somit in diesen Fällen auch keine Therapie", so der Experte. Treten bei einer Kalkschulter Beschwerden auf, so machen sich diese über einen langen Zeitraum hinweg meist nur wenig bemerkbar. "Ganz plötzlich können aber auch massive Schmerzen auftreten, die bis zu zwei Wochen anhalten. In diesem Fall löst sich der Kalk von selbst auf, bricht dabei aus der Sehne heraus und dringt in den angrenzenden Schleimbeutel ein. Die Folge ist eine Schleimbeutelentzündung."

    Sind die Schmerzen akut, so schaffen meist entzündungshemmende Medikamente Abhilfe. Führt diese Behandlung zu keiner Verbesserung, kann der Arzt gegebenenfalls auch Kortison in den Schleimbeutel spritzen. Aber auch physiotherapeutische Maßnahmen können zur Linderung der Schmerzen beitragen. Hilft das alles nichts, so gelten Stoßwellentherapien, bei der energiereiche Ultraschallwellen die Kalkdepots zerstören, oder eine minimalinvasive Schulterarthroskopie als letzte Auswege.

    19.04.2017, 00:04 Uhr

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