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    Rotwein schützt vor Prostatakrebs

    Rotwein schützt vor Prostatakrebs

    Ein Glas pro Tag verringert das Risiko für Prostatakrebs um zwölf Prozent.

    Moderater Rotweingenuss führt zu keinem markant höheren Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, er bietet sogar einen leicht protektiven Effekt. Das fand ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Shahrokh Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie der MedUni Wien, heraus, das in einer Meta-Analyse den Risikofaktor von Weinkonsum untersucht hat.

    In der westlichen Welt ist das Prostatakarzinom die häufigste aller Krebsarten – 15 bis 20 Prozent der Männer sind irgendwann in ihrem Leben davon betroffen. 2,6 Prozent der Erkrankten sterben daran. In Österreich sind das 1000 Todesfälle pro Jahr.

    Neben genetischen sind auch umweltbedingte Risikofaktoren an der Entstehung von Prostatakrebs beteiligt, nachgewiesenermaßen zählen dazu unter anderem Rauchen sowie erhöhter Verzehr von Zucker und rotem Fleisch, teilte die MedUni in einer Aussendung mit.

    "Moderat" bedeute, so Shariat, eine Menge von etwa einem Glas pro Tag. "Um rund zwölf Prozent war das Risiko, ein Prostatakarzinom zu entwickeln, dadurch verringert, während der Konsum von Weißwein das Risiko um 26 Prozent erhöhte", sagte Shariat. Die Forscher wollen nun herausfinden, welche Inhaltsstoffe im Rotwein diesen schützenden Effekt haben und ob dieser auch präventiv therapeutisch – etwa bei Risikogruppen – genutzt werden kann.

    "Auch bei anderen Erkrankungen und Krebsarten wurde ja bereits gezeigt, dass Polyphenole, die vor allem im Rotwein enthalten sind, protektiv wirken können", meinte der Urologe. Deren Konzentration im Rotwein ist zehn Mal höher als im Weißwein, was ein Grund für die beobachteten Resultate sein könnte.

    Zudem hat die europäische Lebensmittelbehörde bestätigt, dass polyphenolhaltiges Olivenöl zum Schutz der Blutfette vor oxidativem Stress beiträgt. Auch positive Wirkungen von Polyphenolen auf eine Ansammlung von Blutplättchen in den Arterien sowie auf die Insulinempfindlichkeit wurden bereits gezeigt.

    Minimalinvasive Operation

     

    Bei Prostatakrebs mit geringem Risiko gibt es jetzt eine schonendere Behandlung. Urologen am Universitätsklinikum Dresden haben ein solches Karzinom erstmals minimalinvasiv operiert. Es war die Deutschlandpremiere für das sogenannte Tookad-Verfahren außerhalb klinischer Studien.

    Der Chef der Dresdner Urologie, Professor Manfred Wirth, sprach von einem „Meilenstein der Urologie“, denn die Therapie konzentriert sich nur auf die vom Krebs betroffene Stelle des Organs. „Das Verfahren füllt die Lücke zwischen radikaler Behandlung und aktiver Beobachtung“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie, Paolo Fornara. Bisher konnten Ärzte nur zwischen der Bestrahlung des Tumors, der Entfernung des ganzen Organs oder „dem sogenannten aktiven Abwarten wählen“, sagte Fornara.

    Tumorgewebe stirbt ab

    Mit der nun vierten Möglichkeit könne der Krebs gezielt behandelt werden, unter Nutzung des Wirkstoffs Padeliporfin (Tookad), der auf Strahlen reagiert. Bei der Operation werden Laserfasern in die vom Tumor befallene Region eingebracht. Mit ihrer Hilfe aktivieren Ärzte das Tookad-Medikament, wodurch es örtlich zur Gefäßzerstörung und verminderten Blutzufuhr kommt. Das vom Tumor befallene Gewebe stirbt dadurch ab. „Im Ergebnis bleibt die Funktion der Prostata teilweise erhalten.“ Die gezielte Zerstörung von Tumorzellen werde in anderen Fachgebieten der Onkologie schon mit Erfolg praktiziert wie etwa der Dermatologie und bei Lungenkrebs.

     

    16.05.2018, 00:04 Uhr

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