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    Rasieren oder wachsen lassen?

    Rasieren oder wachsen lassen?

    Haare unter der Achsel kommen wieder in Mode – die meisten rasieren sie trotzdem weg. Um Entzündungen zu vermeiden, hilft eine gute Vorbereitung.

    Einiges deutet darauf hin, dass sich wieder mehr Frauen die Haare unter den Achseln wachsen lassen. Stars wie Madonna, ihre Tochter Lourdes oder Sängerin Miley Cyrus präsentierten bereits ihre Achselhaare – meist fein säuberlich zurechtgestutzt. Im Netz bekennen sich unter dem Hashtag #freeyourpits zahlreiche Frauen zu ihrem Haarwuchs. Auch aus medizinisch-hygienischer Sicht wäre das Abrasieren der Achselhaare nicht notwendig. "Im Gegenteil: Die Haare nehmen den Schweiß auf. Das bedeutet auch, dass die Schweißflecken auf dem T-Shirt nicht so schnell zu sehen sind", sagt die Linzer Dermatologin Ruth Sandhofer-Novak. Dennoch gilt für die meisten "glatt und sauber" als besonders hygienisch.

    Entzündungen der Follikel

    Wer die Achselhaare also abrasiert, kennt möglicherweise das Problem der Haut-Irritationen, die dadurch entstehen. "Vor allem bei Menschen mit empfindlicher, schlecht durchbluteter Haut kann es zu Entzündungen der Haarfollikel kommen", sagt Sandhofer-Novak. Dafür sei ein spezieller Keim verantwortlich. "Noch häufiger ist diese Follikulitis im Bereich der Schambehaarung." Unter der Achsel entstehe die Entzündung vor allem im Winter, wenn wegen der Kleidung wenig Belüftung stattfinde.

    "Im Fall einer Entzündung der Haarfollikel empfehle ich eine medizinische Creme, ein Haut-Antibiotikum gegen diesen Keim", sagt die Dermatologin. Keinen Unterschied mache es, ob man die Haare durch Rasieren, Wachsen oder Epilieren entferne – das hängt von der individuellen Empfindlichkeit ab. "Wichtig ist vor allem, dass die Haarentfernung nicht so häufig stattfinden muss." Deshalb könne in manchen Fällen eine Laser-Epilation sinnvoll sein.

    Tipps für die Haarentfernung

    Vorbehandlung: Ein Peeling vor dem Enthaaren entfernt abgestorbene Schüppchen und kleine Unreinheiten. Hautärztin Ruth Sandhofer-Novak rät außerdem, die Haut regelmäßig einzucremen, um sie weicher zu machen. „Dann ist die Haut auch nicht so empfindlich.“ Dazu eigne sich eine Creme mit Urea.

    Rasieren: Wer nass rasiert, sollte nicht auf Rasierschaum verzichten, raten die Experten von „kosmetik-transparent“. Unter den Achseln sei es wichtig, in alle Richtungen zu rasieren. Die Klinge sollte man danach ausspülen und an der Luft trocknen lassen. Um Haut-Irritationen zu vermeiden, wird empfohlen, sie alle drei Wochen auszuwechseln.

    Epilieren: Das Plus dieser Methode: Man hat danach bis zu vier Wochen glatte Haut. Ein Kühlhandschuh oder Eiswürfel helfen, die Haut schmerzunempfindlicher zu machen. Am besten eignet sich das Epilieren für die Beine.
    Cremen: Die Enthaarung mit einer Creme hat einen großen Vorteil: Sie ist schmerzfrei. Die Haarwurzel ist davon aber nicht betroffen, neues Haar wächst schnell wieder nach.

    Nachbehandlung: Kühlende Pflegecremes mit viel Feuchtigkeit sind wichtig, heißt es bei „kosmetik-transparent“. Hautöle schützen vor dem Austrocknen, ebenso Aloe Vera und Jojoba. Auch Baby-Puder hat eine irritationshemmende Wirkung.

     

    Claudia Riedler, 19.04.2017, 00:04 Uhr

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