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    Pharmariese Pfizer stoppt Alzheimer-Forschung

    Erforschung erwies sich als fruchtlos und zu teuer

    Der Pharmakonzern Pfizer beendet die Suche nach neuen Medikamenten für die bisher unheilbaren Erkrankungen Alzheimer und Parkinson. Wie das US-Unternehmen mitteilte, will es sich bei der Forschung neu aufstellen. Dabei beabsichtigt der Konzern, nur noch Geld dort auszugeben, wo die Aussichten und die Erfahrung am größten sind. Die Erforschung von Behandlungsmöglichkeiten von Alzheimer erwies sich bis jetzt allerdings als weitgehend fruchtlos und teuer.

    Pfizer hat in der Vergangenheit viel Geld in die Alzheimer- und Parkinson-Forschung investiert, die Resultate blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. 2012 wurde beispielsweise der in Kooperation mit dem Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson entwickelte Wirkstoff Bapineuzumab zurückgezogen, nachdem er in Testphasen keine Resultate zeitigte. Der Antikörper galt zu diesem Zeitpunkt mitunter als einer der vielversprechendsten experimentellen Wirkstoffe.

    Auch andere Pharmakonzerne müssen Rückschläge hinnehmen. Eine großangelegte Studie mit 2100 Patienten zeigte, dass der vom US-Pharmakonzern Eli Lilly entwickelte monoklonale Antikörper Solanezumab die chronische Verschlechterung der Gehirnleistung bei Alzheimer-Patienten nicht bremsen kann. Analysten hatten dem Medikament im Falle der Marktzulassung einen Jahresumsatz von fünf Milliarden Dollar zugetraut. Wissenschaftler gehen davon aus, dass neurodegenerative Erkrankungen wie Demenzformen, Alzheimer und Parkinson aufgrund einer höheren Lebenserwartung in Zukunft wesentlich öfter auftreten. In Österreich sind derzeit geschätzte 100.000 Menschen an Morbus Alzheimer erkrankt, bis 2050 ist ein Anstieg auf 230.000 Betroffene prognostiziert.

    OÖN, 09.01.2018, 00:04 Uhr

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