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    Operation Schönheit: Auf Platz 1 bei Männern liegt die Brustverkleinerung

    Operation Schönheit: Auf Platz 1 bei Männern liegt die Brustverkleinerung

    Slimfit-Trend und hohes Körperbewusstsein machen den Eingriff immer häufiger.

    Die Brustverkleinerung ist in Deutschland die häufigste Schönheitsoperation bei Männern, berichtet der Verband der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie in Deutschland. "Auch in Österreich ist dieser Eingriff, über den natürlich kein Mann spricht, sehr häufig. Hauptgrund dafür ist die aktuelle Slimfit-Mode. Alles ist eng und körperbetont geschnitten, da fällt eine vergrößerte Männerbrust, die früher gar nicht wahrgenommen wurde, natürlich auf", sagt Matthias Koller, Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie aus Puchenau.

    Viele Männer betroffen

    Grund für den "Männerbusen" ist entweder Übergewicht oder die so genannte "Gynäkomastie". Darunter versteht man das Vorhandensein von Brustdrüsengewebe beim Mann. "Das trifft fast jeden zweiten Mann – aber natürlich in verschiedenen Ausformungen", sagt Koller, der seine Praxis im Schloss Puchenau hat. Zumeist liege bei der männlichen Brustvergrößerung eine Mischform vor, was heißt, dass es sich um Brustdrüsengewebe und vermehrtes Fettgewebe handelt.

    "Heutzutage wird diese Kombination oftmals zum Problem, weil die aktuelle Mode hauteng und das Fitnessbewusstsein hoch ist. Männer aller Altersklassen, aber besonders zwischen 20 und 35, sind extrem körperbewusst", sagt Koller. "Durch die Gynäkomastie sehen männliche Brüste eher weiblich aus. Das kann durchaus zu Problemen führen. Die Betroffenen berichten davon, dass sie schon in der Schulzeit gehänselt wurden und sich nicht ins Freibad wagten", sagt Koller.

    Selbst starkes Training und Gewichtsabnahme würden nicht den gewünschten Effekt bringen, da dadurch nur das Fett, nicht aber das Drüsengewebe verschwindet", erklärt der Mediziner.

    Eingriff dauert eine Stunde

    Diagnostiziert wird die Gynäkomastie mittels Ultraschall und Hormonuntersuchungen. "Da stelle ich fest, ob es sich nur um Fett oder um echtes Brustdrüsengewebe handelt." Die Entfernung des Brustdrüsengewebes bei Gynäkomastie wird in Österreich von den Krankenkassen bezahlt. "Weil Männer mit diesem Gewebe, wenn auch mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit als Frauen, an Brustkrebs erkranken können", sagt Koller.

    Wird zusätzlich auch Fett entfernt, muss der Patient die Kosten für die Absaugung selbst übernehmen. Der Eingriff wird meist tagesklinisch durchgeführt und dauert etwa eine Stunde. Danach muss der Patient sechs Wochen lang ein fast unsichtbares "Kompressionshemd" unter dem T-Shirt oder Hemd tragen. Dann kann auch wieder Sport betrieben werden.

    "Die meisten Patienten, die diesen Eingriff durchführen lassen, sind zwischen 25 und 30 Jahre alt", sagt Koller. "Wenn sie nach der Operation den Brustmuskel gut trainieren, sind sie mit dem Ergebnis meist sehr, sehr zufrieden und bekommen ihr Selbstbewusstsein zurück."

    Mann, o Mann

     

    Als Gynäkomastie wird eine zumeist gutartige Vergrößerung der Brustdrüsen beim Mann verstanden. Diese Umfangsvermehrung kann ein- oder beidseitig, mit oder ohne Schmerzen auftreten. Sie tritt am häufigsten unmittelbar nach der Geburt, während der Pubertät und im höheren Alter auf.
    Beliebte Schönheitseingriffe bei Männern: Nach der Brustverkleinerung kommen Fettabsaugung an Bauch und Hüfte, Lidstraffung und Eigenblutplasmabehandlung bei Haarausfall.

     

    Barbara Rohrhofer, 09.05.2018, 00:04 Uhr

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