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    ÖSV-Skirennläufer werben für Hautkrebs-Vorsorge

    LINZ. Der Gramastettener Vincent Kriechmayr ließ heute im Ordensklinikum Linz seine Muttermale kontrollieren.

    500 Menschen in Oberösterreich erkranken jährlich an einem invasiven Melanom (schwarzer Hautkrebs), weitere 400 werden frühzeitig erkannt. Hautkrebs gehört nicht nur zu den häufigsten Krebsformen, jedes Jahr sind mehr Menschen betroffen, auch viele jüngere Erwachsene. „Die Steigerungsrate beträgt etwa zwei bis drei Prozent. Warum das so ist, ist nicht geklärt“, sagt Primar Norbert Sepp, Leiter der Abteilung für Dermatologie im Ordensklinikum Ellisabethinen in Linz. Um auf die Wichtigkeit der Vorsorge und Früherkennung hinzuweisen, hat das Ordensklinikum jetzt eine Kooperation mit dem Österreichischen Skiverband geschlossen. Bei einer Pressekonferenz präsentierten Präsident Peter Schröcksnadel und der Ärztliche Direktor Stefan Meusburger heute die Vereinbarung. Vincent Kriechmayr, Skirennläufer aus Gramastetten, ließ bei dieser Gelegenheit gleich seine Muttermale kontrollieren.

    „Ich lasse schon jetzt jedes Jahr meine Haut untersuchen, genauso wie wir regelmäßig zur sportmedizinischen Untersuchung müssen“, sagt der oberösterreichische Skistar. „Ich weiß aber, dass viele das nicht tun, vor allem junge Leute. Da kann ich nur appellieren, Sonnenbrände zu vermeiden. Mir wird das jedenfalls nicht mehr passieren“, sagt Kriechmayr. Schließlich könnten nur gesunde Sportler eine gute Leistung bringen.

     

    Sportler wie Kriechmayr sind viel in der Sonne und zusätzlich hoch droben in den Bergen, wo die UV-Strahlung noch wesentlich stärker ist. „Im März auf 2500 Meter Seehöhe ist die UV-Belastung ähnlich wie in Kenia“, sagt Helmut Kehrer, Leiter der Dermato-onkologischen Ambulanz. Als Teil der Kooperation können die ÖSV-Athleten und Trainer jetzt eine Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung machen. Die Ärzte des Ordensklinikum werden diese ehrenamtlich durchführen. Umgekehrt stehen die Sportler als Vorbilder in der Öffentlichkeit. „Und diese Vorbildwirkung sollte man nicht unterschätzen“, sagt Primar Sepp. Die ÖSV-Athleten helfen uns, das Bewusstsein der Bevölkerung gerade für diese Gefahr bei Freizeitaktivitäten im alpinen Bereich zu erhöhen und damit das Hautkrebsrisiko zu verringern“, sagt Direktor Meusburger.

     

    Der wichtigste Auslöser für alle Hautkrebsarten (schwarzer und weißer Hautkrebs) ist die Sonne. „Ein Melanom, also schwarzer Hautkrebs, kann nach einem Sonnenbrand, aber auch nach 20 ausgelöst werden. Sicher ist aber, dass der Sonnenschaden bereits vor dem Sonnenbrand beginnt. Das Immunsystem wird durch die Sonne beeinflusst. Hautkrebs tritt auch auf Körperstellen auf, wo es keine UV-Strahlung gab“, sagt Primar Sepp. 

    Was die Vorsorge angeht, so gilt es, die Sonne zu meiden oder zumindest UV-Strahlen zu reduzieren. „Freizeitaktivitäten sollten nicht zur Mittagszeit passieren, Kleidung ist der zweitbeste Schutz. Bei der Verwendung von Sonnencreme sollte man nicht zu sparsam sein“, rät Dermatologe Kehrer. Früherkennung sei wichtig. Sogenannte Risikogruppen sollten einmal jährlich zur Vorsorge, dazu gehören Personen mit heller Haut, mit vielen Muttermalen (mehr als 50) oder mit familiärer Vorbelastung. Auch Berufsgruppen, die viel in der Sonne sind, zählen zur Risikogruppe. „Nach der Schulzeit, also mit 17, 18 Jahren, sollte aber jeder zumindest einmal zum Hautarzt gehen, um sein individuelles Risiko feststellen zu lassen“, rät Kehrer. 

    Im Ordensklinikum Elisabethinen werden jährlich 200 Hautkrebs-Patienten behandelt, jeder fünfte entwickelt Metastasen, jeder zehnte stirbt an den Folgen der Erkrankung. 

    20.04.2017, 11:51 Uhr

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