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    Mineralische Sonnencremes im Test

    LINZ/WIEN. Der Griff zu mineralischen Sonnenschutzmitteln, die aus Gesundheitsgründen als Alternative zu solchen mit chemischen UV-Filtern gelten, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

    Denn chemisch am besten bewertete Produkte enttäuschten im Praxistest, berichtete der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich am Mittwoch. Ihre Schlussfolgerung: Konsumenten müssen ihre Vorlieben abwägen.

    Konventionelle Sonnenschutzmittel enthalten chemische UV-Filter, die wie Hormone gebaut sind und daher auch wie diese wirken können. Dadurch stehen sie im Verdacht auf Körperfunktionen und Entwicklungsprozesse Einfluss zu nehmen bzw. diese zu stören. Kleinkinder und Pubertierende, aber auch bereits Föten im Mutterleib reagieren besonders empfindlich auf hormonell wirksame Schadstoffe. Mineralische Sonnencremes kommen dagegen ohne derartige Filter aus.

    Acht Sonnenschutzcremes getestet

    Gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation "die umweltberatung" Wien haben die Konsumentenschützer die Inhaltsstoffe von acht mineralischen Sonnenschutzcremes einer chemischen Bewertung und einem Praxistest unterzogen. Immerhin waren alle frei von chemischen UV-Filtern. Allerdings gab es Abwertungen, wenn die Cremes potenziell Allergien auslösende Duftstoffe, Parfum oder synthetische Inhaltsstoffe, die die Haut für Schadstoffe durchlässiger machen können, enthielten. Auch Cremes, die UV-Filter in Nano-Partikelgröße verwenden, wurden abgewertet. Grund dafür ist, dass aus ökologischer Sicht auf Sonnenschutzmittel mit Nanopartikeln verzichtet werden sollte, denn die winzigen Teilchen gelangen über das Baden in Seen oder Flüssen in die Umwelt.

    Bei einer Creme wurden neun der insgesamt 27 Inhaltsstoffe mit sehr gut, 17 als gut bewertet - alle aus zertifiziert biologischem Ursprung. Darüber hinaus ist sie die einzige im Test, die komplett auf Duftstoffe verzichtet. Insgesamt waren vier der acht Sonnenschutzmittel mit einem Bio-Gütesiegel ausgezeichnet. Aber ebenso viele verwendeten Nano-Technologie.

    Beste war nur "befriedigend"

    Bei der am besten bewerteten reichte es im Praxistest nur für ein befriedigend. Da mineralische UV-Filter, anders als chemische, auf der Hautoberfläche bleiben und dort das Sonnenlicht wie ein Spiegel brechen und reflektieren, kann nach dem Auftragen eine Weißfärbung der Haut auftreten, der sogenannte "Weißeleffekt". Im Praxistest wurde bei elf Personen untersucht, wie stark oder gering dieser Effekt bei den einzelnen Cremes ist. Darüber hinaus wurde die Verteilbarkeit auf der Haut, der Geruch, der Glanz sowie das generelle Hautgefühl bewertet. Klarer Testsieger war dabei eine Creme, die Nano-Technologie verwendet. Bei ihr gab es keinen Weißeleffekt.

    Deutliche Unterschiede gab es beim Preis: Das günstigste Produkt kostete 5,95 Euro, das teuerste 39,95. Letzteres belegte sowohl in der chemischen Bewertung als auch im Praxistest den zweitbesten Platz. Die Konsumenten müssen also ihre Vorlieben abwägen.

    >>> Die Testergebnisse im Überblick

    nachrichten.at/apa, 09.05.2018, 18:30 Uhr

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