• Gesundheit
    "In Juni leiden Allergiker am meisten"

    "In Juni leiden Allergiker am meisten"

    Ein neues Allergiezentrum im Kepler-Uniklinikum in Linz ist ab sofort Anlaufstelle für alle allergie-geplagten Patienten. Die OÖN haben mit einem Allergie-Experten gesprochen.

    Allergie-Ambulanzen gab es im Kepler-Uniklinikum (KUK) in Linz längst, jetzt wurden diese zu einem Zentrum zusammengeführt. Die Station wird heute Abend offiziell eröffnet und steht ab sofort allen Oberösterreichern, die an einer Allergie leiden – egal an welcher – offen. "Die Patienten haben hier alles unter einem Dach", sagt Wolfram Hötzenecker, Vorstand der Klinik für Dermatologie und Venerologie. "Das Problem früher war ja, dass Betroffene oft nicht gewusst haben, wohin sie sich genau wenden sollen. Geht man mit Heuschnupfen zum HNO-Arzt, zum Lungenfacharzt, zum Dermatologen oder – mit kleinen Patienten – zum Kinderarzt? All diese Disziplinen sind nun in dem neuen Zentrum vereint."

    Und der Bedarf sei absolut gegeben, gehören Allergien doch zu den häufigsten Erkrankungen. Sie beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität stark, sie können auch richtig gefährlich werden. "Und sie haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen", sagt Hötzenecker. "Gerade im Juni leiden die meisten Menschen am stärksten unter ihren Allergien." Warum, das haben die OÖNachrichten den Facharzt für Allergologie gefragt.

     
    "In Juni leiden Allergiker am meisten"

    OÖN: Warum ist gerade der Juni für Allergiker so schlimm?

    Wolfram Hötzenecker: Weil zurzeit so viele von den Gräsern blühen, die Allergien in den oberen Atemwegen auslösen. Und das sind ja jene Allergien, die am häufigsten vorkommen und massiv zunehmen. Zum Vergleich: Um 1900 litt gerade einmal ein Prozent der Menschen darunter, heute sind 20 bis 30 Prozent aller Oberösterreicher davon betroffen. Und es wird schlimmer: Heuschnupfen erhöht erwiesenermaßen das Risiko für allergisches Asthma drastisch, das trifft fast jeden Zweiten.

    Viele haben Angst, allergisch zu sein, ohne es zu wissen – auf Bienen oder Wespen zum Beispiel.

    Man wird nicht mit einer Allergie geboren. Das Immunsystem ist am Anfang noch recht unreif und lernt nach und nach dazu. Es kann sein, dass man zehn Mal von einer Wespe gestochen wurde und das Immunsystem stufte das Gift stets als harmlos ein. Und auf einmal – die Wissenschaft weiß noch nicht genau warum – reagiert der Körper mit einem allergischen Schock. Das kann passieren. Aber zur Beruhigung: Bienen- und Wespenstichallergien sind nur leicht gestiegen. In heißen Sommern sind einfach mehr Wespen unterwegs, und da werden eben auch mehr Menschen gestochen.

    Wie merke ich eigentlich, ob ich eine Allergie habe oder nur einen gewöhnlichen Schnupfen?

    Bei einer Allergie dauert es meist ein bis zwei Jahre, bis man es merkt. Darauf hindeuten könnte etwa, wenn die Beschwerden immer zur selben Zeit auftreten oder wenn ein starkes Jucken dazukommt.

    Auf der anderen Seite gibt es wiederum Menschen, die fälschlicherweise glauben, sie hätten eine Allergie. Beim Essen etwa ...

    Das hängt damit zusammen, dass viele Leute unter chronischen Verdauungsbeschwerden leiden. Und die haben ja tatsächlich Beschwerden und sind oft lange auf der Suche nach den Ursachen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Unverträglichkeit, das heißt, dass ein bestimmter Zusatz in der Nahrung nicht so gut vertragen wird. Das kann Milchzucker sein, Fruktose oder Gluten. In dem Fall hilft nur eine Ausschlussdiät.

    Wie funktioniert die?

    Wenn Sie zum Beispiel merken, dass es Ihnen jedes Mal nach einer Portion Spaghetti nicht gut geht, dann verzichten Sie doch einmal ein paar Wochen auf Gluten und schauen, ob’s besser wird.

    Und wenn das so ist?

    Dann müssen Sie die Diät wohl ein Leben lang durchhalten.

    "In Juni leiden Allergiker am meisten"

    Information: Das Allergie Zentrum im Kepler-Universitätsklinikum in Linz ist für alle Anfragen und Termine von Montag bis Freitag von acht bis zwölf Uhr unter der Telefonnr.: 05/7680 83 – 4115 erreichbar.

    Valerie Hader, 11.06.2018, 00:04 Uhr

    Mehr Gesundheit
    Gesundheit Übersicht
    Zurück Zum Seitenanfang