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    Impfen kann auch Ihr Leben retten

    Impfen kann auch Ihr Leben retten

    Die OÖN-Gesundheitstour zum Thema Impfen kommt am Donnerstag, 15. März, um 18 Uhr ins Salzkammergutklinikum Vöcklabruck.

    Im Vorjahr sind allein in Österreich 95 Menschen an Masern erkrankt – 95 Krankheitsfälle, die durch eine Impfung zuverlässig verhindert werden hätten können. Am ebenfalls verhinderbaren Keuchhusten litten 2017 mehr als 1400 Österreicher. Ein "Sticherl" hätte genügt, und die Erkrankten wären gesund geblieben.

    "Denn Impfen regt unseren Körper dazu an, Abwehrstoffe gegen Infektionserreger zu bilden. Dies macht unser Körper tagaus, tagein sowieso. Beim Impfen sind die Erreger aber so verändert, dass sie nur eine Infektion, aber keine Krankheit verursachen – bei einer erneuten Begegnung des Körpers mit den Erregern erkennt das Immunsystem den Feind sofort und bildet die richtigen Antikörper", sagt Tilman Königswieser, ärztlicher Leiter des Salzkammergut-Klinikums und Verfechter des Impfens bei Kindern und Erwachsenen.

    Kinder und Ältere im Fokus

    Dass viele – vor allem Eltern aus gebildeten Schichten – ihre Kinder nicht impfen lassen, führt Königswieser auf die Vermittlung von bewusst falschen Informationen zurück. "Lieber zahlt man für Homöopathie und schützt sein Kind vor der ach so bösen Impfung", ärgert sich der Kinderarzt und nennt ein Beispiel von bewusster Fehlinformation: "Manche Impfstoffe sind mit minimalen Spuren von Formaldehyd, Phenol und Aceton versetzt. Impfgegner verteufeln diese Tatsache als schädlich. Dass Erstere in der Muttermilch in geringen Mengen ebenfalls vorkommen, verschweigt man. Nebenbei sind Formaldehyd und Aceton auch normale Stoffwechselprodukte von uns Menschen."

    Ein eigenes Expertengremium aus Wissenschaft, Ärzte- und Apothekerschaft arbeitet derzeit daran, Anreize zu schaffen, um auch Erwachsene zu Impfungen zu bewegen. Wichtig wäre beispielsweise die Pneumokokken-Impfung, die die gefürchtete Lungenentzündung verhindern kann. Diese stellt weiterhin sehr häufige und schwerwiegende Infektionen dar. "Mehr als 20.000 Patienten werden wegen Lungenentzündungen in Österreich pro Jahr stationär behandelt, eine vierfache Anzahl an Patienten ambulant", sagt der Wiener Infektionsspezialist Christoph Wenisch vom Kaiser-Franz-Josef-Spital. Man sollte aber auch als Erwachsener kontrollieren, ob der Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung noch gegeben ist. Ebenfalls im Auge zu behalten sei die FSME-Impfung.

    Auch Hepatitis A und B bedürfen einer Auffrischung. "Und die Grippeimpfung sollte jedes Jahr sowieso ein Pflichttermin sein", sagt Königswieser.

    Barbara Rohrhofer, 14.03.2018, 00:04 Uhr

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