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    Grippewelle heftiger als in Vorjahren

    Der Höhepunkt der Grippewelle wird in den Semesterferien erwartet.

    Ein Land hustet und niest. Viele Menschen sind im Krankenstand. In den Praxen der Hausärzte herrscht Hochbetrieb. „20 Prozent aller Krankenstände gehen derzeit auf Erkältungskrankheiten zurück. Und es ist kein Ende in Sicht. Die Zahlen steigen noch von Woche zu Woche. Das ist die absolute Ausnahme“, sagt  Harald Schmadlbauer, Leiter des Direktionsbüros der Gebietskrankenkasse Oberösterreich.

    In der Vorwoche hüteten 4.483 Oberösterreicher mit einem grippalen Infekt das Bett. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 2.487.

    Auch die echte Grippe, Influenza genannt, grassiert im Lande. 461 Fälle wurden es in der Vorwoche gezählt, im Vorjahr waren es 115. "Traditioneller Weise wird der Höhepunkt der Grippewelle in den Kalenderwochen 7 und 8 erreicht. Das wäre dann in den Semesterferien", sagt Schmadlbauer.

    Warum die Viren heuer so besonders aggressiv sind, könne man nicht sagen. "Eines aber kann man jetzt schon sagen. 2018 hat es die Grippewelle echt in sich."

    14.600 Neuerkrankungen in Wien

    Österreichweit ist die Influenza oder die mit weniger schweren Symptomen verlaufende grippale Infekte laut Experten wahrscheinlich am saisonalen Klimax angekommen. In Wien wurden nach Angaben des städtische Grippemeldedienstes vergangene Woche rund 14.600 Neuerkrankungen registriert - nach etwa 13.700 in der Woche zuvor. Die Kurve bei der Zunahme der Erkrankungen wurde offenbar etwas flacher.

    "Die Influenzavirusaktivität ist auf hohem Niveau, der Höhepunkt der Grippewelle scheint erreicht zu sein. Letzte Woche wurden 70 Prozent aller Sentinel-Einsendungen (Proben von Patienten durch ausgewählte Ärzte; Anm.) positiv auf Influenzaviren getestet. Influenza B Viren sind nach wie vor in Österreich dominant, wobei man tendenziell eine prozentuelle Zunahme der A(H1N1)pdm09 Nachweise (Pandemie-Influenzavirus von 2009/2010) beobachten kann (in Kalenderwoche 6 waren es zu 63 Prozent Influenza B- und 33 Prozent A(H1N1)pdm09-Viren; Anm.)", schrieben die Experten vom Diagnostischen Influenza Netzwerk Österreich (DINÖ) am Dienstag.

    Auch in Europa sei die Influenzavirusaktivität weiterhin auf hohem Niveau. "Die Länder Nord-, Süd-, West- und Mitteleuropas melden weitverbreitete Influenzavirusaktivität, in den Ländern Osteuropas ist eine weitere Zunahme der Influenzavirusaktivität zu beobachten", hieß es in der Mitteilung. In den USA wird derzeit eine Influenzawelle registriert, die in ihrer Stärke jener während der A(H1N1)-Pandemie entspricht. Vergangene Woche wurde in Europa davor gewarnt, dass zu geringe Impfraten die Bevölkerung für neue Influenza-Pandemien empfänglicher machen könnte.

    13.02.2018, 12:00 Uhr

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