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    Gehirnjogging, aber richtig: "Raus aus der Komfortzone"

    Gehirnjogging, aber richtig: "Raus aus der Komfortzone"

    Eine Wiener Gehirnspezialistin erklärt, wie Sie Ihrem Gedächtnis wieder auf die Sprünge helfen

    Sie lösen seit Jahren jeden Tag das Kreuzworträtsel in der Zeitung oder spielen bravourös Sudoku – und glauben damit genug für die Fitness Ihres Gehirns zu tun? Weit gefehlt! "Nach einer gewissen Zeit ist das Kreuzworträtsel keine Herausforderung mehr, man kennt die Antworten schon. Alles, was zur Routine wird, nützt nicht", sagt Medizinerin und Kognitionswissenschafterin Katharina Turecek. Wie es richtig geht, zeigt sie bei ihrem Workshop "Schritt für Schritt geistig fit" am 10. Februar von 10 bis 18 Uhr im Bildungshaus Schloss Puchberg (schlosspuchberg.at).

    Gehirnjogging, aber richtig: "Raus aus der Komfortzone"

    Katharina Turecek, Gehirnspezialistin

    Gehirnjogging und Bewegung

    Laut Turecek ruht die Gesundheit des Gehirns auf drei Säulen: Nur eine davon ist das Gehirntraining. Das menschliche Denkorgan sollte immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt werden. "Dafür muss man die Komfortzone verlassen", sagt die 35-jährige Wissenschafterin.

    Die zweite Säule ist die körperliche Fitness: Dazu gehören ausreichend Schlaf, genug zu trinken und reichlich Bewegung. Als Dritter im Bunde zählt die seelische Gesundheit. "Stress und Einsamkeit erhöhen das Risiko für Demenzerkrankungen", sagt Turecek. Wer also geistig beweglich bleiben möchte, sollte auch darauf achten, gut in ein soziales Umfeld eingebunden zu sein und auf die eigenen Bedürfnisse zu hören.

    "In unserer Welt gibt es so viele Helferlein wie Handy oder Navi. Da hat das Gehirn weniger Anforderungen", sagt die Wienerin. Das sei so, wie wenn man immer mit dem Auto fährt und irgendwann nicht mehr zu Fuß gehen kann. Man verliert sozusagen die geistige Mobilität. "Es geht darum, wieder Spaß am Denken zu haben. Das geschieht, wenn das Hirn aufgebaut und der Geist beweglich wird. Für Gehirnjogging ist es nie zu spät – aber auch nie zu früh", rät Turecek auch jüngeren Menschen, sich nicht nur auf die Merkhilfen unserer Zeit zu verlassen.

    Musizieren, tanzen und spielen

    Was dem Gehirn besonders gut tut, ist ein neues Instrument zu lernen und zu musizieren – möglichst in der Gruppe – oder zu tanzen. Brettspiele halten den Geist rege, auch weil sie die soziale Komponente gut abdecken.

    Doch um seine grauen Zellen anzustrengen, eignet sich genauso der Alltag. "Man muss nicht alles aufschreiben", so Turecek. besser sei es, eine Eselsbrücke zu finden, mit der man sich Dinge merken kann. Dazu kann man die zu merkende Aktion mit einem Alltagsgegenstand verknüpfen. Kombinationen dürfen ruhig lustig und kreativ sein.

    Ein Beispiel: Im Bett fällt einem ein, dass man morgen den Fotoapparat braucht. Man verknüpft diese Information mit dem Wecker am Nachtkastel. Um am nächsten Tag erinnert zu werden, kann man den Wecker auf den Boden stellen oder die beiden Begriffe verbal verknüpfen: "Beim Aufwachen fotografiert mich der Wecker." So lassen sich auch lange Listen im Kopf behalten.

    Buchtipp: Katharina Turecek: "Geistig fit – ein Leben lang", Hubert Krenn Verlag, 22,40 Euro

    Dietlind Hebestreit, 07.02.2018, 00:04 Uhr

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