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    Frauen leben lieber gesünder

    Frauen leben lieber gesünder

    Morgen ist Weltfrauentag – und damit auch ein Tag der Gesundheit. Denn Frauen interessieren sich mehr für Vorsorge und sind auch über Krankheiten besser informiert

    Frauen werden nicht so ernst genommen

    Im Gegensatz dazu gehen Männer meist erst zum Arzt, wenn der Hut brennt. Doch die Medaille hat zwei Seiten: Weil Männer erst spät auf Krankheiten reagieren, werden sie öfter ernst genommen. Frauen wissen zwar in der Theorie besser, was zu tun wäre; doch weil sie sich um die ganze Familie kümmern, kommen sie selbst oft zu kurz (Tipps, wie sich das ändern lässt, finden Sie auf der nächsten Seite).

    Tatsache ist, dass der männliche Körper anders funktioniert als der weibliche. Früher wurden das männliche Körperbild und auch männliche Symptome von Krankheiten in der Medizin als Basis herangezogen. Frauenmedizin beschränkte sich auf Regionen wie Brust und Gebärmutter.

    Heute weiß man aber, dass Frauen auch in vielen anderen Bereichen individuelle Bedürfnisse haben, dass Körper und Psyche bei ihnen einfach anders funktionieren. "Deshalb sind spezielle Angebote und Behandlungsmethoden sinnvoll", sagt Scholz-Resch. Mittlerweile ist dieses Wissen auch bei Ärzten und Therapeuten angekommen. Das fängt dabei an, dass Frauen beim Herzinfarkt andere Symptome als Männer haben, und geht bis zu psychischen Beschwerden, die individuell anders behandelt werden müssen.

    8 Gesundheitstipps für Frauen

    Einerseits kennen sich Frauen beim Thema Gesundheit bestens aus, andererseits ist es typisch weibliches Verhalten, sich zu wenig um sich selbst zu kümmern und die eigenen Bedürfnisse nicht ernst zu nehmen. Martha Scholz-Resch von Proges gibt Tipps, was Frauen brauchen, um sich besser um ihre Gesundheit kümmern zu können:

    1. Nein sagen: Frauen neigen dazu, sich immer mehr Aufgaben aufzuladen und dann nicht mehr genügend Zeit für sich selbst zu haben. Um dieser Falle zu entgehen, ist es essenziell, „Nein sagen“ zu lernen.

    2. Aufgaben teilen: Gerade wenn es um die Versorgung der Kinder geht, stehen die Frauen oft in der ersten Reihe. „Irgendwann ist der Tag zu Ende – dann will man sich nicht auch noch auf den Hometrainer setzen“, sagt Scholz-Resch. Ein Ausweg kann sein, Aufgaben zu verteilen, um Freiräume für die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu schaffen.

    3. Vorsorge: Die meisten Frauen wissen, welche Vorsorgeuntersuchungen es gibt. Während sie diese bei den Kindern minutiös planen, bleiben sie selbst oft auf der Strecke. Deshalb: Vorsorgeuntersuchungen als fixe Termine einbuchen.

    4. Bewegung: Frauen machen weniger Sport als Männer. Allerdings ist Bewegung ein wichtiger Faktor für ein langes und gesundes Leben. Während Männer sich mehr für alle messbaren sportlichen Betätigungen begeistern, sind Frauen oft mit Yoga oder Tanzen glücklicher.

    5. Wertschätzung: Frauen sind groß darin, das Selbstbewusstsein ihrer Kinder zu stärken, während sie sich selbst oft nicht so wichtig nehmen und schneller an sich zweifeln. Auch hier gilt: Eltern sind gerade für kleine Kinder die wichtigsten Vorbilder. Nur wer sich selbst schätzt, kann das auch vermitteln. Doch auch im eigenen Interesse sollten Frauen an der Wertschätzung für sich selbst und für ihre Leistungen arbeiten.

    6. Psyche stärken: Durch die Mehrfachbelastung sind Frauen anfällig für psychische Erkrankungen. Wer fühlt, dass die Kräfte schwinden und dass alles zu viel wird, sollte sich möglichst bald Hilfe holen. Therapeutische Angebote werden zum Beispiel von der Clearingstelle für Psychotherapie vermittelt (Telefon-Hotline 0800 20 25 33).

    7. Junge Mädchen fördern: Bei Mädchen im Teenageralter ist das subjektive Gesundheitsempfinden schlechter als bei Burschen. Scholz-Resch nennt dieses Phänomen das Pubertätsloch. Deshalb ist es in diesem Alterssegment besonders wichtig, Angebote für Mädchen zu machen. „Wir empfehlen einen individuellen Notfallkoffer, der einem in schwierigen Situationen weiterhilft. Der kann zum Beispiel das Foto der besten Freundin enthalten, die einem in der Not beistehen kann“, sagt die Expertin. Themen wie Ernährung und Bewegung sollten thematisiert und sensibel behandelt werden.

    8. Kontakte pflegen: Frauen sind meist sozial besser vernetzt als Männer. Diese Stärke lässt sich gezielt auch für die Gesundheitsvorsorge nützen. Egal, ob man gemeinsam sportelt, sich über medizinische Themen austauscht oder die Freundin auf die Kinder aufpasst, während man selbst zur Vorsorge geht.
     

    Frauen sind anders krank

    Bei vielen Krankheiten haben Frauen andere Symptome oder benötigen eine andere Behandlung als Männer:

    Herz: Praktisch nur bei Frauen tritt das Broken-Heart-Syndrom auf. Symptome beim Herzinfarkt werden bei Frauen oft missgedeutet.

    Diabetes: Er ist bei Frauen schwieriger zu diagnostizieren. Deshalb sollte bei Frauen neben der Messung des Nüchternwerts auch ein Zuckerbelastungstest gemacht werden.

    Depressionen: Die Krankheit wird bei Frauen doppelt so oft diagnostiziert wie bei Männern. Dafür ist die Suizidrate bei Letzteren drei mal so hoch wie bei Patientinnen.

    Rauchen: Bei Frauen richtet die Zigarette mehr an. Sie bekommen z.B. um 25 Prozent öfter davon einen Herzinfarkt.

     

    Proges

    Proges richtet sein Angebot in drei Gesundheitszentren in Linz, Wels und Ried speziell an Frauen und Mädchen – unabhängig von Alter, Wohnort oder finanzieller Situation.

    Themen und Anliegen sind zum Beispiel Familie, Beziehung, Partnerschaft, Sexualität, Ernährung und Essstörungen, gesundheitliche und psychosomatische Probleme, psychische und psychosoziale Belastungen, Patientenrechte und andere rechtliche Fragen.

    Der Verein Proges für prophylaktische Gesundheitsförderung beschäftigt österreichweit 300 Mitarbeiter.

    Informationen über das breit gefächerte Angebot von Proges, das früher PGA geheißen hat, finden Interessierte unter www.proges.at

    Dietlind Hebestreit, 07.03.2018, 00:04 Uhr

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