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    Diagnose Demenz: Mit Musik und Tanz kann man sie ein bisschen vergessen

    Diagnose Demenz: Mit Musik und Tanz kann man sie ein bisschen vergessen

    Die aktive Betätigung beeinflusst auch den Krankheitsverlauf positiv.

    Demenz ist die häufigste Krankheit im Alter, 20 bis 30 Prozent der 85-Jährigen sind betroffen. Es ist auch jene Krankheit, die den Menschen am meisten Angst macht. "Wenn Menschen diese Diagnose erhalten, steht meist die Angst im Vordergrund, weil alles verloren zu gehen scheint. Man weiß die Namen der Enkelkinder nicht mehr und vergisst die Bankomat-Codes", sagt Sabine Wögerbauer, Leiterin des Demenztageszentrums "Regenbogen" in Linz. Betroffene wollen es oft auch nicht wahrhaben, wollen die Fassade aufrecht erhalten. Das treffe besonders die Angehörigen, "die sich unbedingt so früh wie möglich Hilfe holen sollten", sagt Wögerbauer. "Das erleichtert ihnen den Alltag und den Patienten die Eingewöhnung in einem Tageszentrum wie unserem."

    Bei der Betreuung von Demenzpatienten spielt Musik und Tanzen eine wichtige Rolle. "Musik begleitet uns von Geburt an undjeder kennt Lieder", sagt Wögerbauer. Musik schafft es, die emotionale Seite zu berühren und neue Energien zu wecken. "Das ist wie eine Fahrkarte in die Vergangenheit."

    Schunkeln und wippen

    Legt man im Tageszentrum einen Walzer auf, schunkeln die Patienten automatisch mit oder wippen mit den Füßen. "Man muss nicht mobil sein, um tanzen zu können. Das ist auch mit den Händen möglich", sagt Wögerbauer. In speziellen Tanzkursen bei der Tanzschule Horn in Linz haben ihre Klienten aber jetzt sogar echte Tanzschritte eingeübt. "Wir wollen zeigen, dass das Leben nicht aufhören muss, wenn man die Diagnose Demenz erhält."

    Die aktive Betätigung beeinflusst in jedem Fall den Krankheitsverlauf positiv. "Weil beim Tanzen so viele Emotionen dabei sind, merken sich die Demenzpatienten das auch viel leichter. Angehörige berichten, dass sie zuhause davon erzählen. Was es zu essen gab oder wer Dienst hatte, haben sie aber meist vergessen", berichtet die Expertin.

    Wenn die Patienten sich öffnen und die Lebensqualität steigt, hilft das eben auch den pflegenden Angehörigen. Von ihnen kam auch der Wunsch nach einer unkomplizierten Veranstaltung, an der sie mit dem erkrankten Partner teilnehmen können. "So ist die Idee für den Ball entstanden. Weil Angehörige gerne fortgehen wollten, sich aber nicht trauten", sagt Wögerbauer. Beim ersten Vergissmeinnicht-Ball am 26. Mai ist die zentrale Botschaft "Teilhabe anstatt sozialer Isolation. Dazu braucht es seitens der Gesellschaft Verständnis und Akzeptanz für Menschen mit Demenz, sagt Bernhard Gruber von der Volkshilfe.

    Erster Linzer Vergissmeinnichtball

    Am Samstag, 26. Mai 2018, ab 14 Uhr, findet im Neuen Rathaus in Linz der erste Linzer Vergissmeinnichtball der Volkshilfe statt. Es soll ein Fest der Lebensfreude und der Inklusion sein.

    Mit dabei sind Menschen mit und ohne Demenz, pflegende Angehörige, Rollstuhl-Tänzer und auch Pflegepersonal.

    Das Programm ist abwechslungsreich. Die Musikgruppen „Zipoo“ und „Just for fun“ spielen Tanzmusik und Schlager. Kabarettist Günther Lainer alias Gausl wird auftreten und die Tanzschule Horn zeigt die Show „The Diamonds Travestie“.

    Restkarten gibt es im Tageszentrum Regenbogen, 0732 3405-415; Eintritt: freiwillige Spende

     

     

    Claudia Riedler, 16.05.2018, 00:04 Uhr

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