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    Dauernd verkühlt oder allergisch?

    Dauernd verkühlt oder allergisch?

    Pollen sind verantwortlich dafür, dass eine Million Österreicher im Frühling mit Niesattacken, verstopfter Nase und Atembeschwerden kämpft.

    Allergie oder doch eine Erkältung? "Wenn im März die Nase läuft, man ständig niest und sich wie erschlagen fühlt, ist es schwierig, zu unterscheiden, ob es sich um Symptome einer Allergie oder einer Erkältung handelt", sagt Angelika Reitböck, Referentin für Vorsorge- und Gesundheitsmanagement der Ärztekammer Oberösterreich.

    Hasel und Erle sind erwacht

    Frühblüher wie Hasel und Erle sind spätestens mit Ende Februar erwacht. Um zu erkennen, ob es sich bei Schnupfen, Müdigkeit und Niesen um eine Allergie handelt, rät Medizinerin Reitböck, den Verlauf genau zu beobachten: "Wenn die Symptome sehr rasch und über mehrere Wochen auftreten und mit Juckreiz im Bereich der Augen und der Nase einhergehen, oft kombiniert mit häufigem Niesen, handelt es sich um eine Allergie." Typisch sei auch, dass die Symptome bei Schönwetter schlimmer werden. Denn die Verbreitung des "Allergieauslösers" Blütenstaub übernimmt der Wind.

    Nach Kontakt mit den Schleimhäuten der Nase und der Atemwege setzen Pollen Proteine frei, die eine Abwehrreaktion des Körpers bewirken. Die Symptome sind bekannt: tränende Augen, niesen und husten bis hin zum leichten Krankheitsgefühl.

    Wiederkehrende oder andauernde Symptome sollen immer von einem Mediziner untersucht werden. Durch einen simplen Hauttest kann das ganze Jahr über rasch geklärt werden, ob man an einer Allergie leidet. Zur Behandlung der Symptome werden Augentropfen, Nasensprays und Tabletten eingesetzt, die rasch wirken. Die Medikamente sind wichtig, da sich Heuschnupfen oder allergische Rhinitis zu Asthma entwickeln kann

    Laut österreichischem Allergiebericht gibt es hierzulande rund 1,6 Millionen Allergiker. Das sind doppelt so viele wie noch im Jahr 1996. Über die Neigung zu Allergien entscheiden neben genetischen Faktoren vor allem Lebensumstände in der Kindheit. Tatsächlich leiden Stadtkinder häufiger unter Allergien als Kinder vom Bauernhof.

    Warnung vor Etagenwechsel

    Ein so genannter "Etagenwechsel" der Allergie sollte unbedingt verhindert werden – das bedeutet, dass die Allergie von Augen oder Nase auf die Lunge wechselt und somit in ein allergisches Asthma übergeht.

    "Ohne Behandlung ist dies etwa bei jedem vierten Betroffenen der Fall", sagt Reitböck. Um dies zu verhindern, seien Impfbehandlungen mit Spritzen, Tropfen oder Tabletten zu empfehlen.

    Neuer Impfstoff im Jahr 2021

    Rund 400 Millionen Menschen weltweit leiden an einer Allergie gegen Gräserpollen (Rhinitis allergica). Ein in Wien entwickelter Impfstoff könne die Folgen für Betroffene um mindestens 25 Prozent mindern, berichtet die MedUni Wien.

    Studie: In einer Studie mit 180 Patienten in elf europäischen Zentren sei der Nachweis erbracht worden, dass der Impfstoff BM32 mit vier Injektionen im ersten und einer Auffrischung im zweiten Jahr die Symptome um zumindest ein Viertel lindert.

    Die neue Immuntherapie wurde von Rudolf Valenta an der MedUni Wien entwickelt. Impfstoff und Antikörper werden synthetisch hergestellt. Je stärker der Patient unter Gräserpollen litt, desto stärker war auch der positive Effekt. Die Impfung sollte die Zulassung ab 2021 schaffen.

    OÖN, 07.03.2018, 00:04 Uhr

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