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    COPD-Patienten haben oft Gewichtsprobleme

    COPD-Patienten haben oft Gewichtsprobleme

    Untergewicht kann lebensgefährlich sein – ein Kochkurs hilft den Patienten.

    Patienten mit chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD) sind häufig entweder adipös oder ausgeprägt untergewichtig. Paradoxerweise ist die Adipositas bei COPD-Patienten trotz vieler Begleiterkrankungen ein prognostisch günstiger Faktor. Dennoch sollten Patienten mit einer massiven Adipositas abnehmen, um den damit verbundenen Zwerchfellhochstand zu minimieren und Störungen wie Diabetes und Schlafapnoe zu verhindern.

    "Ein wesentlich größeres Problem ist die bei COPD sehr häufig anzutreffende Kachexie, die Untergewichtigkeit", sagt Primar Josef Bolitschek, Chef der Pneumologischen Abteilungen der Elisabethinen und des Landeskrankenhauses in Steyr, ein weniger bekanntes Phänomen. Niedriges Körpergewicht bei COPD ist ein Hinweis dafür, dass es sich um eine systemische Erkrankung handelt. Es ist nicht nur die erhöhte Atemarbeit und der damit verbundene erhöhte Energiebedarf, sondern auch der chronische Infektionsstatus für das Untergewicht verantwortlich.

    Das Untergewicht bei COPD-Patienten ist verbunden mit einer schlechten Lebensqualität, verminderter körperlicher Belastbarkeit und letztendlich mit einer erhöhten Sterblichkeit.

    "Der Gewichtsverlauf der Patienten entscheidet über die Lebensqualität", sagt Diätologe Klaus Nigl. Deshalb sollte man von Anfang an auf das Gewicht achten. Bei den Elisabethinen in Linz verfolgt man nun die Therapie mit Messer, Gabel und Löffel. In einem Kochkurs lernen Patienten und deren Angehörige einer Mangelernährung vorzubeugen und Symptome zu lindern.

    Sechs Mahlzeiten am Tag

    "Für COPD-Patienten sind der erhöhte Eiweißbedarf und die Eiweißqualität wichtig", erklärt Nigl. Milchprodukte, Fleisch und Fisch stehen deshalb häufig auf dem Speiseplan. Auch die Fettquelle ist zu beachten. Raps- und Olivenöl sollten Standard sein, Butter aber nur wenig verwendet werden.

    Für untergewichtige Patienten gilt außerdem, fünf bis sechs Mahlzeiten am Tag einzuplanen. Mit Joghurt, Mehlspeisen oder auch Suppen mit beigemengtem Eiweißpulver zwischendurch könne man die Kalorien- und Eiweißzufuhr erhöhen. "Wichtig ist nämlich auch, dass für den Betroffenen nicht extra gekocht werden muss", sagt Nigl. 

    ried, 05.07.2017, 00:04 Uhr

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