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    Bewegung ist für Diabetiker die beste Medizin

    Bewegung ist für Diabetiker die beste Medizin

    Betroffene können alle Sportarten betreiben, wenn sie sich gut vorbereiten. Körperliche Betätigung senkt den Blutzuckerspiegel und wirkt sich positiv auf das Gewicht aus

    Sport tut allen Menschen gut, stärkt Herz und Kreislauf, senkt den Blutdruck und bekämpft schlechte Blutfette. Warum aber besonders Diabetiker sich körperlich betätigen sollten, erklärt Diplomkrankenschwester Silvia Zauner vom Landeskrankenhaus Kirchdorf: "Sport hat positive Auswirkungen auf den Blutzucker. Bewegung verbraucht auch Kalorien und hilft so, Übergewicht abzubauen." Der Gewichtsverlust zeigt wiederum positive Effekte auf die Diabeteserkrankung. Sport wirkt sogar noch im Ruhezustand: Noch bis zu zwei Tage nach dem Training können die Muskeln Zucker aus dem Blut beziehen und ihre leeren Speicher wieder auffüllen.

    Der Unterschied zwischen Sportlern mit und ohne Diabetes besteht darin, dass sich Sportler ohne Diabetes vor Beginn der körperlichen Aktivität keine Gedanken darüber machen, wie sie ihren Stoffwechsel anpassen müssen – das geht automatisch. Diabetiker hingegen müssen einige Punkte beachten, um nicht einen zu niedrigen oder zu hohen Blutzuckerspiegel zu bekommen (Hypo- oder Hyperglykämie):

    • Der Blutzucker muss häufiger gemessen werden.
    • Menschen, die Insulin spritzen, müssen dies reduzieren (bei einer 4- bis 5-stündigen Wanderung rund um ein Drittel).
    • Kohlenhydrate müssen vor dem Sport zugeführt werden, wenn der Blutzucker zu niedrig ist.
    • Für ganztägige Aktivitäten muss ein Diabetiker mit einem Sportset ausgerüstet sein (darin sind Messgerät, Streifen, Pens, Notfallmedikament, Kohlenhydrate wie Cola, Traubenzucker, Müsliriegel).

    Kohlenhydrate und Sport

    "Pro halber Stunde Sport sollte der Patient eine Broteinheit zusätzlich zu sich nehmen. Das entspricht 12 Gramm Kohlenhydraten oder einer halben Banane, einem Apfel oder einem halben Stück Brot", sagt Diabetes-Spezialistin Zauner, die im LKH Kirchdorf jährlich 400 stationäre Beratungsgespräche führt und zirka 980 Patienten ambulant betreut.

    Vorsicht ist auch bei Patienten geboten, die blutzuckersenkende Medikamente nehmen. Sogenannte Sulfonylharnstoffe können bei vermehrter körperlicher Belastung Hypoglykämien (Unterzuckerungen) hervorrufen. Symptome sind starkes Schwitzen, Unruhe, Unwohlsein und Heißhunger auf Süßes. Trotzdem dürfen die Medikamente beim Sport nicht abgesetzt werden.

    Vor dem Sport zum Arzt

    "Bewegung ist auch für Menschen, die schon Folgeerkrankungen aufgrund des Diabetes (Nierenschäden, Blindheit, Amputationen) haben, zu empfehlen – jedoch sollten sie die sportliche Betätigung immer mit dem behandelnden Arzt absprechen", sagt die 40-jährige Diabetesberaterin.

    Bei Sportarten mit besonderen Gefahren wie z.B. Tauchen, Fallschirmspringen oder Extrem-Klettern ist eine ausreichende Vorbereitung nötig – diese Sportarten sollte man auch nicht alleine ausüben, um eventuell schneller Hilfe zu bekommen.

    Bewegung ist für Diabetiker die beste Medizin

    Dietlind Hebestreit, 12.07.2017, 00:04 Uhr

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