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    Adipositas-Chirurgie spart Geld und verlängert Leben

    Auch zehn Jahre nach dem Eingriff sind die Patienten deutlich leichter als vor dem Eingriff.

    Rund 670 Millionen Menschen weltweit leiden an Fettleibigkeit (Adipositas) - mit enormen Folgen für die Betroffenen selbst, aber auch mit gewaltigen Kosten für das Gesundheitssystem. Eine Studie der MedUni Wien gemeinsam mit dem Institut für pharmaökonomische Forschung (Evelyn Walter) und der Österreichischen Gesellschaft für Adipositaschirurgie unter der Leitung von Gerhard Prager (Universitätsklinik für Chirurgie) zeigt, dass durch Adipositas-Chirurgie, etwa durch einen Magenbypass, sehr viel Geld gespart werden, aber auch die Lebensqualität verbessert und Leben verlängert werden kann. Am 26. Mai 2018 gibt es auch einen Aktionstag für Adipositas-Patienten und Interessierte im Hörsaalzentrum der MedUni Wien im AKH Wien. 

    Unbehandelt führt das krankhafte Übergewicht zu vielen Folgeerkrankungen wie Diabetes, kardiovaskulären Erkrankungen, Fettleber oder Hyperlipidämie (eine allgemein erhöhte Konzentration des Cholesterins und der Triglyceridwerte im Blut). In der aktuellen Studie konnte anhand von exakten Berechnungen nun gezeigt werden, dass ein metabolischer, chirurgischer Eingriff zur rechten Zeit viel Geld und Leiden erspart. "Wir konnten berechnen, was 20 Jahre später passieren würde, wenn dieser Eingriff nicht gemacht wird bzw. was sich die Betroffenen alles an Kosten sparen und an Lebenszeit gewinnen", erklärt Prager, der auch Leiter der Adipositas-Ambulanz im AKH ist.

    Die zentralen Ergebnisse: Pro PatientIn werden 24.600 Euro an mit der Erkrankung verbundene Kosten gespart. Jede/r Betroffene, der in diesen 20 Jahren Diabetes bekommen hätte, gewinnt 3,7 Jahre Lebenszeit; jede/r Betroffene, der eine Herz-Kreislauferkrankung bekommen hätte, gewinnt 3,4 Jahre Lebenszeit; jede/r, der/die eine Fettleber entwickelt hätte, gewinnt 3,7 Jahre Lebenszeit; und Betroffene, die in den 20 Jahren an Hyperlipidämie erkrankt wären, sparen rund ein Jahr an Lebenszeit.

    Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 gilt man als fettleibig/adipös, aber einem BMI von 35 plus Diabeteserkrankung übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Operation (ohne Diabetes ab einem BMI von 40kg/m2). Die MedUni Wien-Expertinnen würden sich Schweizer Verhältnisse in Österreich wünschen: Dort zahlt die Kasse ab einem BMI von 35 ohne Einschränkung. An der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien/AKH Wien werden jährlich rund 400 derartige Operationen durchgeführt, das Doppelte, so Prager, wäre wünschenswert. In ganz Österreich gibt es jährlich 3.500 dieser Eingriffe, in der Schweiz sind es 6.000.

    Prager: "Dadurch würde sich unser Gesundheitssystem enorm viel ersparen. Auch, weil dadurch viel weniger Betroffene in letzter Konsequenz Krebs bekommen würden - und das trifft insbesondere auf Frauen zu."

    Die Operation zeigt auch nachhaltig positive Folgen: "Unsere Studien zeigen, dass die Langzeiteffekte den Magenbypass zur effektivsten Behandlung der höhergradigen Adipositas machen. Auch zehn Jahre nach dem Eingriff sind die meisten Patientinnen und Patienten deutlich leichter als vor dem Eingriff."

    17.05.2018, 11:29 Uhr

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