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    Achtung, schlechter Atem!

    Achtung, schlechter Atem!

    Tipps, wie man Mundgeruch vermeiden kann – und wann man besser deshalb zum Arzt gehen sollte.

    Oft ist es nur ein vorübergehendes Problem. Nach dem Genuss von Zwiebel, Knoblauch und anderen stark riechenden Lebensmitteln kann Mundgeruch entstehen. Dieser verflüchtigt sich aber mit der Zeit wieder, oder lässt sich ganz einfach durch einen Kaugummi oder Zähneputzen beseitigen.

    Für viele Menschen – statistisch für jeden Vierten – ist Mundgeruch ein ständiger Begleiter. "Das Problem ist, dass viele das selbst nicht riechen. Man erfährt es erst, wenn es einem jemand anderer mitteilt", sagt Primar Bernhard Mayr, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Salzkammergut-Klinikum. Ist schlechter Atem über längere Zeit und auch beim Ausatmen durch die Nase festzustellen, dann spricht man von Halitosis.

    Die häufigste Ursache für schlechten Atem sind Bakterien im Mundraum. Karies, Zahnfleischentzündungen, mangelnde Pflege der Prothesen und andere entzündliche Erkrankungen können dafür verantwortlich sein. "Vor allem die Zungenoberfläche mit ihrer rauen Struktur ist der ideale Ort für Mikroorganismen. Diese zersetzen dort Nahrungsreste, Eiweiße und abgestorbene Schleimhautzellen und bilden einen Belag. Bei diesem Zersetzungsprozess werden verschiedene übelriechende Schwefel- und Stickstoffverbindungen freigesetzt, die sich unter die Ausatemluft mischen", erklärt Christoph Benz, Zahnarzt und Prophylaxe-Experte aus Deutschland. Sein Rat: Neben Zähneputzen, der Benutzung von Zahnseide ist auch die tägliche Zungenreinigung wichtig.

    Zuerst zum Zahnarzt

    Die erste Anlaufstelle bei dauerhaftem Mundgeruch sollte deshalb der Zahnarzt sein. Wenn hier keine Ursache gefunden wird, sei als nächster ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt gefragt. "Entzündungen im Rachenraum und in den Nasennebenhöhlen, ganz selten auch ein Tumor können eine Halitosis auslösen", sagt Primar Mayr. "Manchmal kann aber auch verminderter Speichelfluss die Ursache für Mundgeruch sein", erklärt der Experte. Dieser werde durch Schnarchen, Rauchen, zu viel Kaffee oder Alkohol ausgelöst. "Selten können auch Entzündungen im Magen-Darm-Trakt wie Gastritis oder ein Magengeschwür die Ursache für den Mundgeruch sein."

    Diabetes und Leberstörung

    Auch bei einem schlecht eingestellten Diabetes könne es zu anhaltend schlechtem Atem kommen. Wer an einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung leidet, hat manchmal Mundgeruch. "Zudem können bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu Blähungen, saurem Aufstoßen, Übelkeit und auch zu Mundgeruch führen", sagt Mayr. Die Ernährung sollte man also in jedem Fall anschauen, wenn schlechter Atem ein ständiger Begleiter ist. "Natürlich kann man mit Kaugummi das akute Symptom lösen, dann ist es aber wichtig, die Ursache für den Mundgeruch zu suchen."

    Tipps für die Ballsaison

    Mundgeruch ist auf dem Tanzparkett besonders unangenehm. Folgende Dinge können Sie beherzigen, um mit gutem Atem durch die Ballsaison zu kommen:

    1. Nicht nüchtern fortgehen. Beim Fasten können übelriechende Düfte im Magen entstehen. Deshalb ist es besser, vor einer Veranstaltung zu essen.
    2. Was man isst, ist nicht egal. Zwiebel, Knoblauch, Käse und ähnliche Lebensmittel sollte man meiden. Am besten sind Speisen ohne starken Eigengeruch.
    3. Mentholzuckerl oder Kaugummi sind ideal für guten Atem, weil sie zusätzlich speichelanregend sind.
    4. Rauchen und Alkohol sollte man vermeiden, beides macht unweigerlich Mundgeruch.
    5. Ausgiebig Zähneputzen.

    Claudia Riedler, 10.01.2018, 00:04 Uhr

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