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    Japanese food - Shirataki noodles (Konjac)

    "Abnehmwunder" Konjaknudel: Kaum Kalorien, aber auch kaum Geschmack

    Der neue Diät-Trend findet bei Ernährungsexpertin Eva Fauma wenig Anklang

    Sie werden als Rohnudeln, Diät-Nudeln oder Slim-Nudeln verkauft: Die Pasta ohne Kohlenhydrate ist gerade besonders trendy, soll sie doch beim Abnehmen helfen. Dafür spricht, dass 100 Gramm der "schlanken" Nudeln nur sechs Kalorien haben: Zum Vergleich: 100 Gramm normale Pasta hat rund 350 Kalorien.

    Aber woraus besteht diese "Wunder-Pasta"? Ist sie eine echte Alternative zu den von vielen so geliebten Weizen-Spaghetti und stimmt die Kalorienangabe? "Konjaknudeln werden aus dem Mehl der asiatischen Konjakwurzel gewonnen", sagt die Linzer Ernährungswissenschaftlerin Eva Fauma (praeventissimo.at).

    Konjak bindet viel Wasser

    "Darin enthaltene Glucomannane sind Zuckerverbindungen, die zu den Ballaststoffen gezählt werden. Sie können das 50-fache vom Eigengewicht an Wasser aufnehmen und werden im Darm nicht verstoffwechselt", erklärt die Spezialistin.

    Die Nudeln werden, wie alle anderen Varianten auch, im Wasser gekocht. "Sie haben einen fischigen Geruch und sind ziemlich labberig", sagt eine Testesserin. "Ja, sie riechen streng und müssen daher kräftig gespült werden", sagt Fauma, die von gummiartiger Konsistenz spricht.

    Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass der Quellstoff Glucomannan die Cholesterinwerte im Blut günstig beeinflusst. "Isst man jedoch zu viel davon, können Rohnudeln aber zu Blähungen führen", so Fauma.

    Konjak ist in der Europäischen Union als E 435 zugelassen: Es dient als Verdickungsmittel, Geliermittel und Füllstoff. "Dafür ist es sehr gut geeignet, da es kalorienarm ist und eine hohe Wasserbindung aufweist. Vor allem für die Lebensmittelindustrie ist es wertvoll", so die Linzerin.

    In asiatischen Ländern werden diese "Ersatz-Nudeln" wirklich gerne gegessen. "Ich persönlich ernähre mich lieber ausgewogen und bedacht – und zwar mit Lebensmitteln, die mir schmecken", so Fauma. Die "Gumminudeln" würden nur einen kleinen Freundeskreis bedienen, und zwar all jene, die denken, damit abnehmen zu können. Unbestreitbar bleibe, dass Konjak einen Beitrag zu einer kalorienarmen Ernährung leisten kann.

    Auf fette Saucen verzichten

    Was die Expertin all jenen empfiehlt, die sich mit den Rohnudeln nicht anfreunden können: "Die Kalorien kommen selten von den Nudeln, sondern von den Zutaten. Die Sauce, das Öl, das Schlagobers sind schlecht für die Kalorienbilanz. Gute Pasta kann auch kalorientechnisch bedacht zubereitet werden. Dazu brauche ich keine geschmacklosen Gumminudeln." Ihr Tipp: Wer sich mit kleinen Portionen oder an weniger Öl, Käse, Obers gewöhne, könne hervorragende Pasta essen.

    Viele Alternativen

    Laut Fauma werden Nudeln heute oft auch aus Hülsenfrüchten, Quinoa, Amarant, Hirse, Buchweizen, Reis, Mais, Kichererbsen oder Leinsamen hergestellt: "Ich habe viel Sorten probiert und finde sie alle gut." In Reformhäusern findet man eine große Auswahl an gut schmeckenden Nudeln ohne Weizen.

    Für Liebhaber der grünen Küche sind auch spiralig geschnittene Zucchini eine mögliche Variante, sogenannte "Zoodles". Sie werden kurz gekocht und können genauso wie herkömmliche Pasta mit allerlei Saucen kombiniert werden.

    Dietlind Hebestreit, 12.06.2018, 00:04 Uhr

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