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    Nach Todesfahrt mit 540-PS-Boliden: Limit für junge Lenker?

    AMSTETTEN. Im Spital starb eine 17-jährige Mofalenkerin, die von einem 21-Jährigen auf der B 121 angefahren wurde. Der Autolenker war mit einem 540-PS-Boliden ins Schleudern geraten und hat das Mofa gerammt.

    Es war ein tragischer Unfall, der sich am Samstag auf der Bundesstraße 121 im Gemeindegebiet von Mauer ereignet hat: Ein 21-Jähriger geriet bei einem Überholmanöver auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen das Mofa einer 17-Jährigen, die ihm entgegenkam. Die junge Frau, Tanja O. aus Neuhofen an der Ybbs, erlag ihren Verletzungen.

    Das Auto des jungen Mannes: ein Audi R8 quattro 42, ein 540 PS starker Sportwagen, den er von seinen Eltern geschenkt bekommen haben soll.

    Laut ÖAMTC-Bericht aus 2016 sind Autolenker zwischen 17 und 24 Jahren die Altersgruppe, die am häufigsten bei Unfällen mit Pkw-Beteiligung tödlich verunglückt.

    Trotzdem wäre es verallgemeinernd, junge Menschen per se oder Sportwagen als Risikofaktoren darzustellen, sagt der Linzer Verkehrspsychologe Werner Ortner vom „Institut Vorrang“: „Sehr viele junge Lenker verhalten sich verantwortungsbewusst, fahren sicher und angepasst. Einzelne, überwiegend männliche junge Lenker treten jedoch negativ in Erscheinung als sogenannte Raser und Hochrisikolenker und verursachen entsprechende Unfälle.“

    „Das wäre eine Bevormundung“

    Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand einen Sportwagen fährt oder nicht, denn jedes Fahrzeug kann sicher bewegt werden. Allerdings würden „starke Autos nicht nur gerne als Prestigeobjekte verwendet, sondern auch um negative Persönlichkeitsmerkmale im Straßenverkehr auszuleben“, sagt Ortner.

    Eine PS-Beschränkung für junge Lenker, wie sie öfter diskutiert wird und bei Motorrädern schon eingeführt wurde, hält er aber nicht für sinnvoll: „Das wäre eine unverhältnismäßige Bevormundung und würde gleichermaßen alle treffen, auch die Vernünftigen.“ Zudem könnte ein PS-Limit verstärkt zu illegalem Leistungstuning führen.

    Besser sei es, auf Prävention und Bewusstseinsbildung zu setzen. Die Verlängerung des Probeführerscheins auf drei Jahre gehe in die richtige Richtung. Bei massivem Schnellfahren könnte auch eine psychologische Untersuchung vorgeschrieben werden. (wal)

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    17.07.2017, 20:47 Uhr

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