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    Was wächst denn da im Garten? Kinder-Pflänzchen erkennen

    Was wächst denn da im Garten? Kinder-Pflänzchen erkennen

    Wie Hobbygärtner unliebsame Überraschungen erfolgreich vermeiden können, erklärt Biogärtner Karl Ploberger.

    Wenn Pflanzen zum Gärtner werden, dann kann es im Garten so manche Überraschungen geben. Voriges Jahr wuchs ein kleines willkommenes Zufallspflänzchen im Beet. Es entpuppte sich als wunderbar duftendes "Drüsiges Springkraut" und ging zu hunderten an allen Ecken und Enden auf. Oder die Nachtkerze mit der interessanten Blattrosette in einem Jahr, steht sie ein Jahr später als bis zu zwei Meter hohe Pflanze mit ihren leuchtend gelben Blüten, die sich erst am Abend öffnen, im Garten. Und auch hier kommt im Jahr darauf die Invasion.

    Wird das noch was?

    Doch wie erkennt man als Laie die Pflanzensäuglinge, die sich da in den Beeten, auf den Wegen und in Pflasterfugen breit machen? Im Naturgarten wird man viele Pflanzen "zulassen", denn nur damit ist die Vielfalt gesichert. Und viele sind auch willkommen, denn sie schaffen so eine ganz natürliche Gestaltung.

    Die Diplom-Biologin Bärbel Oftering war oft mit diesen Fragen konfrontiert und hat so ein Buch geschrieben, das es in dieser Form noch nie gegeben hat: "Wird das was oder kann das weg?" Bilder von den ersten Keimlingen sind da mit jenen Pflanzen zu sehen, wie sie sich nach einigen Wochen entwickeln, und schließlich auch noch die blühenden Abbildungen der willkommenen Zierpflanzen oder der unwillkommenen Unkräuter. Für Gartenbesitzer eine der wichtigsten Lehren, damit nicht genau das entfernt wird, was in den Wochen danach zu einer Blütenpracht wird.

    So sind für mich immer die Sämlinge des Winterlings ein typisches Beispiel für falsch verstandene Ordnung: Sie keimen nämlich erst nach einem Jahr und sehen aus, als würde massenhaft Unkraut aufgehen. Dabei sind die beiden (kresseähnlichen) Keimblätter nur der Beginn, wenig später bilden sich schon die ersten Blätter, die man von den Frühlingsboten kennt.

    Später ziehen sie, wie die Eltern, rasch ein, um im kommenden Frühjahr wieder zu erscheinen. Nach zwei Jahren blühen sie und bilden bei ungezügeltem Ausbreitungsdrang nach und nach große blühende Teppiche. Geduld, Gelassenheit und die nötige Portion Wissen sind also gefragt, um mit den selbstaussäenden Pflanzen zurechtzukommen.

    Buchtipp: Bärbel Oftering: "Wird das was oder kann das weg?", Kosmos-Verlag, 17,50 Euro

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    Garteln im Takt der Natur: Pflegen und pflanzen

    Wir garteln im Takt der Natur und dieser Takt geht im Moment in einem Zickzack-Kurs voran. Kaum war die Forsythie voll erblüht, begannen schon die ersten Apfelbäume zu blühen. Dann kam die Kälte und sie bremste den Frühlingsschnellzug enorm.

    Wir sind daher nach wie vor im Vollfrühling – wo der Frost keinen Schaden angerichtet hat. Für viele ist das jetzt die schönste Jahreszeit:

    Düngen: Kübelpflanzen, die nun wieder alle ins Freien kommen, Rhododendren, aber auch Rasenflächen, so noch nicht geschehen.

    Pflegen: Zwiebelblumen einziehen lassen, erst dann vertrocknete Blätter entfernen. Nur so werden sie auch für die Blüte im nächsten Jahr ausreichend Kraft zur Verfügung haben. Beete Mulchen! Ohrwurmhäuschen gegen Blattläuse in Obstbäumen aufhängen.

    Schneiden: Frühjahrsblühende Gehölze (wie etwa Forsythie, Mandelbäumchen oder Palmkätzchen) kann man jetzt schneiden. Dürre Astspitzen bei Marillen (Moniliabefall) abschneiden und vernichten.

    Pflanzen: Gurken im Topf vorziehen. Sie kommen nach den Eisheiligen in den Garten oder noch besser ins Frühbeet oder Gewächshaus.

     

    05.05.2017, 00:04 Uhr

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