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    So werden auch Sie zum Biogärtner

    So werden auch Sie zum Biogärtner

    In den nächsten Wochen gibt der Gartenexperte die besten Tipps für Rasen, Rosen & Co – garantiert ohne Chemie.

    Früher war der Garten eine wahre Giftküche. Unkrautvernichter, Lauskiller und Mehltauspray gehörten einfach dazu! Doch diese Zeiten sind – Gott sei Dank – längst vorbei. Bio steht bei den Oberösterreichern beim Garteln an absolut erster Stelle.

    Ganz in diesem Sinne berichtet Biogärtner Karl Ploberger seit mittlerweile 15 Jahren Woche für Woche in den OÖNachrichten über das liebste Hobby der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher.

    "Wir Oberösterreicher haben viel Spaß und Freude beim Garteln. Seit einigen Jahren gibt es einen erfreulichen Trend in der Gestaltung von Gärten: Es wird wieder mehr auf die Natur, die Tiere und die heimischen Pflanzen Rücksicht genommen", sagt der Biogärtner. In einem solchen "Garten der Natur" muss natürlich auch "biologisch gegärtnert" werden. Das ist keine Geheimwissenschaft, sondern lässt sich von jedermann ganz leicht erlernen. Hier die Basis-Tipps des Experten.

     

    1. Einklang: Nicht die Pflanze muss sich anpassen, sondern der Mensch beobachtet und handelt im Einklang mit der Natur. Pflanzen und Tiere leben eng nebeneinander, ohne einander zu stören. Sie profitieren voneinander.
       
    2. Mischkultur: Pflanzen wollen in Gemeinschaft leben und nicht zu Einsiedlern erzogen werden – Mischkultur wird das genannt. Das ist eine der Säulen, auf der ein Naturgarten aufgebaut ist.
       
    3. Selbstversorgung: Ihre Nährstoffe erzeugen sich die Pflanzen selbst: Vor allem im Herbst, wenn sich Milliarden von Blättern – eins neben dem anderen – dicht auf den Boden legen und im Jahreslauf verrotten. Die daraus entstehende Humusschicht versorgt die Wurzeln mit Nährstoffen. Genau das passiert beim Kompostieren – das können wir uns von der Natur abschauen!
       
    4. Schutz: Die Bodenbedeckung schützt den wertvollen Humus vor dem Austrocknen. Die Schutzschicht verhindert aber auch das Auswaschen von Nährstoffen und hält die Erde immerzu feucht. Nirgendwo wird man in der unberührten Natur nackte Erde vorfinden. Die dicke Decke aus Mulchmaterial hält nicht nur den Boden feucht, sondern verhindert auch das Aufkommen von "Un"kraut (es heißt im Naturgarten "Wildkraut"). Der Naturgärtner muss aber aufpassen: Bei Neuaussaaten darf nicht sofort gemulcht werden.
       
    5. Schonende Bearbeitung: In einem natürlichen Urwald oder in einer entlegenen Gegend im Hochgebirge ist der Boden luftig und locker. Und das, obwohl an diesen Stellen niemals ein Spaten zum Einsatz kam. Der Boden ist schichtweise aufgebaut, die Bodenorganismen und Tiere – vor allem der Regenwurm ("Das Haustier des Naturgärtners") – besorgen das Lockern ganz von allein. Damit dieses natürliche Bodenleben nicht zerstört wird, lockert der Naturgärtner den Boden auf folgende Weise: Er sticht eine Grabgabel in die Erde und bewegt den Stiel ruckartig vor und zurück. Etwa alle 15 Zentimeter sollte dies erfolgen. Damit wird die Erde belüftet, gleichzeitig bleiben aber alle Schichten und Bodenorganismen dort, wo sie hingehören.
       
    6. Gesundes Wachsen: In einer solchen Umgebung wachsen dann viel gesündere Pflanzen, die deutlich weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten sind als jene, die nach herkömmlichen Regeln angebaut werden. Ein Naturgärtner wird überrascht sein, wie leicht es ist, eine Oase für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Eine Oase, in der der Mensch stiller Beobachter, aber auch Nutznießer ist. Versuchen Sie es einfach! Es ist gar nicht schwierig, zum Biogärtner zu werden – lassen Sie der Natur einfach den Vortritt!

     

    Machen Sie mit!

    Die neue Serie der OÖNachrichten hält einen bunten Strauß an Gartenthemen bereit. Jeden Mittwoch, Freitag und Samstag wird der Biogärtner seine Tipps verraten:

    • Wie gedeihen Kräuter auf meiner Fensterbank besonders gut?
    • So entsteht mein wunderbarer Bienengarten!
    • Wie schaffe ich es, dass meine Rosen so schön blühen wie in Nachbars Garten?
    • Gemüse selbst ziehen – was muss ich beachten?

    Mitmachen und gewinnen: Unter www.nachrichten.at/garten können Sie eine sabtours-Gartenreise mit Biogärtner Karl Ploberger nach Berlin gewinnen.

    Der schönste Garten des Landes gesucht: Ab 2. Mai können Sie unter www.nachrichten.at/gartenwahl die schönsten Bilder von Ihrem Garten, Ihrer Terrasse, Ihrem Balkon hochladen. Eine Jury wird den schönsten Garten küren. Hauptpreis ist ein Besuch von Biogärtner Karl Ploberger.

     

    "Die Österreicher lieben Rosen und Hortensien"

    In den vergangenen Wochen hat Biogärtner Karl Ploberger auf seiner Homepage www.biogaertner.at zu einer großen Gartenumfrage aufgerufen. Rund 1000 Gartenfans haben sich beteiligt.

    2015 haben Sie die letzte große Umfrage gemacht. Was hat sich in den vergangenen zwei Jahren verändert?

    Man kann sagen, dass die Gartler tendenziell jünger werden, was bedeutet: Dieses Thema ist wirklich modern und trendy! 2015 war gut die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer unter 50, die andere darüber. 2017 sieht es so aus: Etwa 58 Prozent sind unter 50 Jahren, gut 42 Prozent darüber.

    Was hat Sie am meisten überrascht?

    Das war die Tatsache, dass Garteln für Singles ohne Kinder zum echten Thema geworden ist.

    Ist Garteln nach wie vor ein weibliches Hobby?

    Ja – das kann man so sagen, auch wenn man zur Ehrenrettung der Männer sagen muss: Ihr Anteil wird größer und ist im Laufe der vergangenen zwei Jahre von zwölf auf 15 Prozent angewachsen.

    Was sind die Hauptmotive fürs Gärtnern?

    Es dient vor allem der Entspannung, man "erzeugt" seine eigenen Lebensmittel, und man kann sich selbst verwirklichen.

    Wie viel Zeit verwendet der Oberösterreicher für dieses Hobby?

    Im Frühling werden pro Woche im Durchschnitt 2,52 Stunden mit Gartenarbeit verbracht, im Sommer ein bisschen mehr und im Herbst wieder so viel wie im Frühjahr.

    Wie viel Geld wird investiert?

    Die Zahlen sind ähnlich wie 2015. Gut die Hälfte gibt im Monat durchschnittlich 20 bis 50 Euro aus, etwas mehr als ein Viertel 50 bis 100 Euro.

    Was pflanzen die Österreicher am liebsten im Garten?

    Die Vorlieben bleiben gleich: Rosen, Hortensien, Gräser, Pfingstrosen, Tulpen und Lilien. Beim Gemüse führen die Tomaten.

    31.03.2017, 20:04 Uhr

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