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    So bringt man den Garten zum Blühen

    So bringt man den Garten zum Blühen

    Karl Ploberger weiß, worauf man bei der Anlage einer Blumenwiese achten muss.

    Der kurzgeschnittene Rasen hat ausgedient und jetzt kommt die Blumenwiese? So einfach ist es leider nicht, denn so eine Blumenwiese ist eine "Oase der Natur", die unbedingt ungestört wachsen will. Sobald Gras und Blumen knöchelhoch stehen, darf niemand mehr in die Wiese treten. Die Fläche wird zu einem großen Blumenbeet. Jeder Schritt würde die Pflanzen knicken und damit im Wachstum behindern. Der Rasen hat also weiterhin seinen fixen Platz und überall dort, wo dann und wann ein Fußballspiel stattfindet oder wo an schönen Sommertagen die Gartengarnitur aufgestellt wird, überall dort hat die Blumenwiese keine Chance.

    Die Blumenwiese benötigt aber im Vergleich zum Rasen viel weniger Pflege. In den ersten Wochen ist das noch nicht so zu spüren: Wenn mühsam der Boden für die Aussaat vorbereitet wird und wenn die kleinen Wiesenblumen-Pflänzchen dann bei Trockenheit ständig gegossen werden müssen. Dann aber wird allmählich die Arbeit immer weniger – bis die Wiese erstmals gemäht werden muss. Das ist normalerweise zweimal pro Jahr: Ende Juni oder Anfang Juli und im September. Dies gilt bei einer Wiese, die auf einem durchschnittlich nahrhaften Boden steht.

    Umstellung ist oft nicht so leicht

    Ist der Boden aber besonders karg (was eine noch schönere Blütenfülle bringt), kann auch ein einziger Schnitt im Herbst genügen. Für viele Gärtner ist die Umstellung von einem Rasen auf eine echte Blumenwiese nicht so leicht. Die praktische Alternative ist der Blumenrasen. Er entsteht meist ganz von selbst und benötigt weniger Pflege als der "Englische Rasen". Das Wichtigste ist, dass alle "unkrautvernichtenden Rasendünger" aus dem Garten verbannt werden. Auch den Dünger wird man nicht mehr brauchen: Gänseblümchen, Veilchen und im Frühjahr Schlüsselblume, Schneeglöckchen, die wilden Krokusse und die vielen anderen Zwiebelpflanzen sind der ideale Start für einen solchen Blumenrasen.
     

    Wie entsteht eine Blumenwiese?

    Es gibt zwei Möglichkeiten aus einem Rasen eine Blumenwiese zu machen. Die erste lautet: Der Rasen mit samt der obersten Humusschicht wird abgetragen und kompostiert. Die verbleibende Erde wird abgerecht und schon ist die Fläche fertig zum Aussäen. Die zweite Möglichkeit ist, den Rasen "durchwachsen" zu lassen und immer seltener zu mähen. Nach drei, vier oder gar erst fünf und mehr Jahren wird eine Blumenwiese entstehen. Man kann das Blumenwachstum beschleunigen in- dem man die Rasenfläche aufreißt und Wiesenblumensamen einstreut oder gleich fertige Pflanzen setzt. Beim Aussäen sollte man beachten: Weniger ist bei einer Blumenwiese meist mehr. Denn die Margeriten, Glockenblumen und Kuckucksnelken benötigen Licht und Luft zum Wachsen. Stehen sie nach der Aussaat zu dicht, dann wachsen sie nicht. Das Wichtigste aber: Niemals (!) düngen.

    Wie wird eine Blumenwiese gemäht?

    Große Flächen lassen sich zweifellos für Ungeübte am leichtesten mit sogenannten Balkenmähern mähen. Umweltfreundlicher ist dagegen die Sense: Freilich heißt es erst die "Übung macht den Meister". Ein Tipp: Schauen Sie einem Bauern aus der Umgebung über die Schultern und lassen Sie sich von ihm die Grundregeln für das Sensenmähen zeigen. Motorsensen sind recht praktisch, aber eignen sich nur für relativ kleine Flächen. Zwischen Sträuchern und Bäumen lässt sich mit diesen motorbetriebenen Sensen aber ganz gut das Gras mähen.

    Was sind die häufigsten Probleme?

    Wenn die Blumenwiese nicht blühen will, kann das mehrere Gründe haben:

    Zu viele Nährstoffe im Boden, die wuchsfreudigen Gräser nehmen überhand

    Die Blumen haben nicht zu diesem Standort gepasst (zu trocken, zu nass). Hier hilft nur Umgraben, möglichst viel Humus entfernen, Sand einmischen (zum Abmagern des Bodens) und neu einsäen

    Hat die Blumenwiese nur im ersten Jahr geblüht liegt die Ursache in der Samenmischung, die ausgesät wurde: Sie enthielt fast nur einjährige Blumen (wie leider sehr viele der "Fertig-Blumenwiesen-Mischungen").

    Karl Ploberger, 26.04.2017, 00:04 Uhr

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