• Garten

    Karl, unser Bienen-Retter

    Helfen wir den Bienen, sagt unser Biogärtner Karl Ploberger. Hier sind seine besten fünf Tipps. 

    Es gibt drei Möglichkeiten, die Bienen zu retten. Am besten ist natürlich. Sie halten selbst Bienen. Oder sie kaufen viel heimischen Honig. Am einfachsten jedoch ist es, sagt unser OÖN-Gärtner Karl Ploberger, den Garten an den Bedürfnissen der Bienen anzupassen. Karl, unser Bienenretter, hat dazu die fünf wichtigsten Tipps gesammelt. Sein absoluter Favorit ist der Bienenbaum. 

    1. Kein Gift: Wichtigste Maßnahme, um Gärten insektenfreundlich zu gestalten, ist der Verzicht auf chemische Insekten-, Pilz- und Unkrautvernichtungsmittel. Ebenso Kunstdünger weglassen!
    2. Mehr Natur: Nicht die asphaltierte Garagenzufahrt und die perfekt geschnittene Thujenhecke sind ein Stück Natur, sondern der gepflasterte oder geschotterte Weg, die Wildsträucherhecke, die Blumenwiese, ein Totholzhaufen, eine Steinmauer oder ein kleiner Teich. Dort sind keine Verstecke für die „bösen“ Tiere, sondern die Schädlingsgegner finden dort Unterschlupf!
    3. Etwas Unordnung: Für viele kaum zu verstehen, aber Laub, das unter den Sträuchern liegen bleibt, Äste die unter den Bäumen nicht weggeräumt werden und kleine Steinhaufen am Rand des Weges sind die besten Verstecke für Marienkäfer, Raupen und Wildbienen.
    4. Große Vielfalt: Nicht die perfekte (englische) Rasenfläche (die an einer Stelle ganz schön sein mag) ist das Ziel, sondern die bunte Kräuterwiese. Nicht die Buchskugel-Einöde (der Zünsler räumt da gerade auf!) macht den Garten zum Erlebnis, sondern die Vielfalt an Gehölzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen und uns und die Insekten erfreuen.
    5. Unkraut zulassen: Nicht jedes Unkraut ist unwillkommen! Brennnessel etwa ist Futter für viele Raupen, Gierschblüten eine Oase für Insekten und das Scharbockskraut, das jetzt im Frühjahr überall mit seinen gelben Blüten den Boden bedeckt, liefert Nektar in Hülle und Fülle.

    Bienen fliegen auf diese Pflanzen

    Die Liste der Insekten- und Bienenfutterpflanzen ist endlos. Wichtig ist, dass das ganze Gartenjahr über etwas blüht!

    • Winterling: Neben Schneeglöckchen, Leberblümchen und Anemonen die wichtigste Pollen-Tankstelle. Lässt sich im Herbst oder Frühjahr pflanzen und sät sich bereitwillig aus.
    • Duftheckenkirsche: Der absolute Liebling der Bienen und für uns eine Duftoase, die im Umkreis von mehreren Metern ihren süßliche Frühlingsduft verströmt, ist dieses Gehölz mit dem botanischen Namen „Lonicera x purpusii“. Ein Muss für jeden Garten!
    • Lenzrosen: Ob heimische Schneerose (in Weiß) oder die große Vielfalt der orientalischen Lenzrosen bei allen, bei denen man die Staubgefäße sieht, sind sie ein Bienen-Rasthaus.
    • Weidenkätzchen gehören zum ersten Bienenfutter, daher unbedingt im Garten setzen und sofort nach der Blüte schneiden – dann gibt’s auch im nächsten Frühjahr Kätzchen.
    • Wildrosen: Offene Rosenblüten – ob Wildrose, historische Rosen, Bodendecker- oder Kletterrosen – sie alle sind voll Pollen und Nektar.
    • Sommerflieder: Manchmal invasiv, aber für Schmetterlinge und Bienen eine Oase. Im Sommer der Blickpunkt im Garten.
    • Schmuckkörbchen: Bequemer und treuer Begleiter, denn sie säen sich oft bereitwillig aus. In fast jeder Farbe zu bekommen.
    • Bienenfreund: Eine der sogenannten Gründüngungspflanzen, die auf brachliegenden Flächen als Bodenkur ausgesät werden sollte. Herrliche Blütenteppiche, in denen es nur so summt.
    • Lavendel: Duft und Schönheit vereint – auch für die Insekten.
    • Bienenbaum: Noch nicht so bekannt, aber in Gärten mit ein wenig Platz ist der Bienenbaum optimal – wird auch als Tausendblütenbaum bezeichnet und blüht von Juni bis September. Gilt als die beste Bienenweide.

    24.04.2017, 22:04 Uhr

    Mehr zum Thema
    Mehr Garten
    Garten Übersicht
    Zurück Zum Seitenanfang